Mannheimer Mädchen machen sich laut gegen Catcalling und sexuelle Belästigung
Aktionsmonat im November: Plakatkampagne und Veranstaltungen setzen ein Zeichen für mehr Respekt und Sicherheit im öffentlichen Raum
Anzügliche Kommentare, aufdringliche Bemerkungen oder sexistische Zurufe: Für viele Mädchen* und junge Frauen gehört Catcalling zum Alltag. Was häufig verharmlost wird, kann bei den Betroffenen Verunsicherung und Angst auslösen und dazu führen, dass sie sich im öffentlichen Raum nicht frei und unbeschwert bewegen können.
Um auf diese Form der sexualisierten Belästigung aufmerksam zu machen, startet im November das Projekt „Mannheimer Mädchen sind laut gegen Catcalling und sexuelle Belästigung“. Mit einer Plakatkampagne und zahlreichen Veranstaltungen setzen Mädchen und junge Frauen ein deutliches Zeichen gegen sexuelle Belästigung und für ein respektvolles Miteinander. Der Aktionsmonat findet im Vorfeld des 25. November statt, dem Internationalen Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen.
Mädchen bringen ihre Erfahrungen und Forderungen ein
Ausgangspunkt des Projekts war ein Beteiligungsprojekt im Jahr 2025. Dabei formulierten Mädchen selbst den Wunsch, sexuelle Belästigung im öffentlichen Raum stärker in den gesellschaftlichen Fokus zu rücken. Daraus entstand die Idee für die Kampagne und den begleitenden Aktionsmonat.
Mehr als 70 Mädchen haben sich in Workshops eingebracht, ihre Erfahrungen geteilt und zentrale Botschaften gegen Catcalling und sexuelle Belästigung entwickelt. Die Kampagne greift diese Perspektiven auf und ruft dazu auf, nicht wegzusehen, Betroffene zu unterstützen und das eigene Verhalten kritisch zu hinterfragen. Im November werden die Plakate an Litfaßsäulen, in Straßenbahnen und an Haltestellen im Mannheimer Stadtgebiet zu sehen sein.
Initiiert und umgesetzt wird das Projekt vom Fachbereich Jugendamt und Gesundheitsamt Mannheim, dem Verein Starkmacher e. V., dem Netzwerk Mädchenarbeit Mannheim sowie der Abteilung Gleichstellung der Stadt Mannheim. Zahlreiche Sponsorinnen und Kooperationspartnerinnen unterstützen die Umsetzung.
Für einen öffentlichen Raum ohne sexuelle Belästigung
Catcalling ist nicht nur eine Frage des persönlichen Umgangs, sondern auch eine gesellschaftliche Herausforderung. Während bestimmte Formen körperlicher sexueller Belästigung strafbar sind, bleiben verbale Belästigungen häufig ohne strafrechtliche Konsequenzen. Die Debatte um einen besseren Schutz vor Catcalling berührt daher sowohl rechtliche Fragen als auch grundlegende Aspekte von Gleichberechtigung und gesellschaftlicher Teilhabe.
Wer regelmäßig mit sexuellen Zurufen oder aufdringlichen Kommentaren rechnen muss, erlebt Straßen, Haltestellen und öffentliche Plätze anders als Menschen, die davon nicht betroffen sind. Die Kampagne macht deutlich: Alle Menschen sollen sich unabhängig von ihrem Geschlecht sicher und selbstbestimmt im öffentlichen Raum bewegen können.
Vielfältiges Programm im November
Begleitend zur Plakatkampagne finden im Aktionsmonat zahlreiche Veranstaltungen für Mädchen, junge Frauen und Fachkräfte statt. Geplant sind unter anderem ein Theaterstück, ein Nachtspaziergang und ein Flashmob. Die Abschlussveranstaltung findet am 25. November 2026 auf dem Alten Messplatz in Mannheim statt. Mit dem Flashmob soll dort ein sichtbares Zeichen gegen sexuelle Belästigung gesetzt werden.
Das vollständige Programm und weitere Informationen gibt es unter nema-mannheim.de/infos-fuer-maedchen/.
Die Veranstalter*innen laden Schulen, Fachkräfte und die Öffentlichkeit ein, die Kampagne zu unterstützen und gemeinsam Haltung gegen Sexismus und sexuelle Belästigung zu zeigen. Denn ein respektvolles Miteinander beginnt damit, Grenzen anzuerkennen, Betroffene ernst zu nehmen und Verantwortung zu übernehmen.
Kontakt für weitere Informationen:
Elena Seipel
Koordinierungsstelle Mädchen*arbeit
58.Maedchenarbeit@mannheim.de
Hinweis zur Begriffsverwendung: Mit „Mädchen“ und „junge Frauen“ sind alle Personen gemeint, die sich als Mädchen oder junge Frau verstehen. Eingeschlossen sind ebenso Menschen, die sich nicht im System der Zweigeschlechtlichkeit verorten.









