Mehr Unterstützung für Kleingartenvereine

Immer mehr Heidelberger wollen gärtnern 

 

 

Die Stadt Heidelberg will die Zusammenarbeit mit den Heidelberger Kleingartenvereinen verbessern und sie dabei unterstützen, die Kleingartenanlagen zukunftsfähig weiterzuentwickeln. Sie reagiert damit auf die veränderten Anforderungen im Kleingartenwesen: In vielen Kleingartenvereinen steht ein Generationenwechsel an und die Vereine haben Probleme, junge Mitglieder für ein Ehrenamt zu gewinnen. Gleichzeitig bleibt die Nachfrage an Gartenparzellen hoch. Darüber wurde der Gemeinderat in seiner Sitzung am Donnerstag, 21. November 2019, informiert.

 

Die vor kurzem gegründete Arbeitsgruppe Kleingärten hat deshalb Gespräche mit den Kleingartenvereinen geführt und aus den Ergebnissen einen Aufgabenkatalog für die Stadt erarbeitet:

 

  • Jährliche Gartenbegehungen: Die Stadt plant regelmäßige, jährliche Gartenbegehungen, um mit den Vereinen im Gespräch zu bleiben.
  • Rechtsaufsicht: Die Vorstände haben sich eine stärkere Unterstützung der Stadt beim Durchsetzen der Vorschriften des Bundeskleingartengesetzes gewünscht. Die Stadt will deshalb eine für alle Beteiligte nachvollziehbare Linie erarbeiten, um gegenüber den Vereinsvorständen und Vereinsmitgliedern eine verlässliche Position zu definieren. Ein erster Schritt ist hierbei mit der Erarbeitung einer einheitlichen Gartenordnung sowie der Überarbeitung des baulichen Leitfadens mit städtischer Unterstützung gemacht.
  • Fördermittel: Die Bedürfnisse der Kleingartenvereine sollen in den Haushaltsplanungen berücksichtigt werden, vor allem um Rückständen bei der Instandhaltung von beispielsweise Zaunanlagen, Begrünung oder Wegeflächen entgegenzuwirken. Dies wurde bei der Haushaltsplanung 2019/2020 bereits berücksichtigt: Die Fördermittel betragen für die Vereine im Doppelhaushalt 2019/2020 insgesamt 58.000 Euro.
  • Schnittstellenarbeit: Die Schnittstellenarbeit mit Interessenverbänden wie zum Beispiel BUND, NABU, den Bauernverbänden oder den Imkern soll ausgebaut und verbessert werden. Dadurch können mögliche Konflikte frühzeitig erkannt und vorausschauender geplant werden.
  • Wissenstransfer: Auch Kooperationen mit Institutionen wie die Staatliche Lehr- und Versuchsanstalt, die Gartenakademie, die biologische Bundesanstalt sowie die Landesanstalt für Pflanzenschutz sollen verbessert werden. Nur durch den regelmäßigen Wissensaustausch können die Kleingartenanlagen zukunftsfähig werden.

 

Trend zum Gärtnern bleibt ungebrochen

 

Die Wartelisten in den Kleingartenanlagen und Projekte wie der „Wandelgarten“ in Kirchheim oder der Bürgergarten des Vereins „Essbares Heidelberg“ in der Weststadt zeigen: Gärtnern ist bei Heidelbergerinnen und Heidelbergern weiterhin sehr beliebt. Allein die Wartelisten ergeben einen zusätzlichen Bedarf von rund 200 Gartenparzellen, wobei aufgrund der großen Nachfrage zurzeit keine weiteren Bewerber mehr aufgenommen werden. Die Stadt Heidelberg will deshalb prüfen, welche Flächen im Stadtgebiet zusätzlich als Kleingärten ausgewiesen oder erweitert werden könnten.

Kleingärten bieten Bürgerinnen und Bürgern ein Stück Natur mitten in der Stadt und sind für die Grünflächenvernetzung im Stadtgebiet von großer Bedeutung. Sie übernehmen als naturnah gestaltete Bereiche wertvolle ökologische Funktionen, leisten einen wichtigen Beitrag zum Schutz von Umwelt und Klima und bieten einen Lebensraum für Insekten. Außerdem dienen Kleingärten als Lernorte im Umgang mit der Natur und sensibilisieren zum ökologischen Handeln. Kleingartenvereine leisten auch einen wichtigen Beitrag zur Integration. Der Anteil von Vereinsmitgliedern mit Migrationshintergrund nimmt weiter zu; die Zusammenarbeit im Garten stärkt die Verbundenheit und überwindet Barrieren.

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