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Mit der Diplom-Biologin Ute Timmermann als erster Klimaschutzmanagerin will sich Weinheim beim Klimaschutz deutlich verbessern

17. Juli 2020 | Kultur, Leitartikel, Weinheim

„Klimaschutz als Herzensangelegenheit“

Weinheim. Zwischen Ute Timmermann und der neu geschaffenen Stelle eines Klimaschutzmanagers in der Weinheimer Stadtverwaltung war es so etwas wie Liebe auf den ersten Blick. „Ich hätte es gar nicht übers Herz gebracht, mich nicht dafür zu bewerben“, schmunzelt die Diplom-Biologin heute an ihrem neuen Arbeitsplatz, den sie am 1. Juli angetreten hat. Auch Jutta Ehmsen, die Leiterin des Amtes für Klimaschutz, Grünflächen und Technische Verwaltung, in der die Stelle angesiedelt ist,  ist überzeugt davon, dass die Stelle der neuen Kollegin eigentlich auf den Leib geschneidert ist.

Eine solche Übereinstimmung zwischen Anforderung und Profil hat man selten. Ute Timmermann ist in Weinheim geboren, aufgewachsen und hat die meiste Zeit ihres Lebens in Weinheim gewohnt. Ihr Engagement für Umweltschutz und Nachhaltigkeit zieht sich wie ein roter Faden durch ihr Leben – hauptberuflich und ehrenamtlich. Erfahrung im Klima- und Umweltmanagement sammelte sie zum Beispiel schon vor über zehn Jahren als Umweltbeauftragte bei der Kirche. Die Weinheimer Johannisgemeinde gehörte seinerzeit mit Ute Timmermann zu den Pionieren in Sachen Umweltschutz und wurde unter anderem mit dem Grünen Gockel ausgezeichnet. Auch bei den ersten Tagungen des „Runden Tisch Energie“ war die naturverbundene Mutter von zwei Söhnen aktiv dabei. „Ich freue mich, dass das Thema Klimaschutz bei den Weinheimern trotz Corona noch auf der Agenda steht und ich hoffe, dass wir gemeinsam in den nächsten Jahren viel erreichen werden“. Der Gemeinderat hat die 50-Prozent-Stelle der Klimaschutzmanagerin auf einen Antrag der „Klimaschutz Task Force“ im Frühjahr ausdrücklich gewünscht und genehmigt.

Ihre Hauptaufgabe bei der Stadt Weinheim wird die Einführung eines Klimaschutzmanagements und die Zertifizierung der Stadt Weinheim nach dem European Energy Award (eea) sein. Dabei wird auf Basis einer detaillierten Bestandsaufnahme ein Maßnahmenprogramm ausgearbeitet , das die Klimafreundlichkeit der Stadt deutlich verbessern soll. Die Umsetzung der Maßnahmen wird regelmäßig kontrolliert und bei Bedarf nachgesteuert. Ute Timmermann wird dabei das ämterübergreifende Klimaschutzteam leiten, das Schwachstellen analysieren und neue Projekte und Ideen entwickeln soll. Die sechs Maßnahmenbereiche sind Planung und Raumordnung, Kommunale Gebäude und Anlagen, Versorgung- und Entsorgung, Mobilität,  Interne Organisation und Kommunikation. Schon aus diesem Leitfaden wird klar, dass die Klimaschutzmanagerin in der Verwaltung eine Querschnittsaufgabe zu erfüllen hat. Dazu passt, dass ihr Netzwerk in der Stadt groß ist. Ihr Fachwissen als Diplom-Biologin ist unstrittig, ihre Erfahrungen im Umweltschutzengagement sind einschlägig. Ute Timmermann freut sich auf die neue Aufgabe,  die ihre eine doppelte Herzensangelegenheit ist: für Weinheim und für den Klimaschutz.

Die ersten Tage in der neuen Tätigkeit waren schon interessant und mitunter amüsant.  „Schon der erste Anrufer war ein alter Bekannter“, beschreibt sie. Und sie erzählt eine Anekdote: „Als ich meiner Familie gesagt habe, dass ich Klimaschutzmanagerin von Weinheim werde, hat sich das wie ein Lauffeuer herumgesprochen. Einmal wurde ich gefragt: ‚Wonn wäschd du jetzt Umweltminischderin vun Woinem?“  Jedenfalls will Ute Timmermann auch ohne Ministerposten Ideen aus der Bürgerschaft sammeln, am besten unter [email protected].

 

 

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