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Primärenergieverbrauch 2018 leicht gesunken

15. April 2020 | Leitartikel, Natur & Umwelt, Politik, Wirtschaft

Erneuerbare Energien und Kernenergie legten zu

Der Primärenergieverbrauch lag 2018 in Baden-Württemberg nach vorläufigen Berechnungen des Statistischen Landesamtes 0,5 % unter dem Vorjahreswert. Insgesamt wurden rund 1 419 Petajoule Primärenergie im Land verbraucht. Der Rückgang kann vor allem auf die gegenüber 2017 mildere Witterung sowie Fortschritte bei der Energieeffizienz zurückgeführt werden.

Verbrauchszuwächse verzeichneten 2018 die Kernenergie (+12,5 %), die erneuerbaren Energien (+6,6 %) sowie die Braunkohle (+0,4 %). Der Verbrauch der übrigen Energieträger ist gegenüber dem Vorjahr gesunken. So nahm der Erdgasverbrauch um 4,6 % ab, der Verbrauch der Mineralöle um 3,3 %. Steinkohle verbuchte 2018 ein Minus von 2,1 %. Wichtigste Energieträger im Südwesten blieben mit einem Anteil von 35,8 % am Primärenergieverbrauch weiterhin die Mineralöle. Erdgas rangierte mit einem Anteil von 19,1 % an zweiter Position des Primärenergieträgermix Baden-Württembergs, gefolgt von Kernenergie mit 15,9 %. Die erneuerbaren Energieträger kamen mit rund 198 Petajoule auf einen Anteil von 13,9 % am Primärenergieverbrauch. Der Verbrauch von Steinkohle erreichte 2018 einen Anteil von 11,3 %.

Der Endenergieverbrauch im Land ist 2018 gegenüber dem Vorjahr um 0,7 % auf knapp 1 039 Petajoule gesunken. Davon verbrauchten 46,2 % private Haushalte und sonstige Kleinverbraucher. Im Vergleich zu 2017 verringerte sich deren Verbrauch um 1,2 %. Der Anteil des Verkehrssektors am Endenergieverbrauch lag bei knapp einem Drittel (32,3 %), wobei der Straßenverkehr davon mit 94 % den überwiegenden Anteil ausmachte. Die übrigen 21,5 % verbrauchten Betriebe im Verarbeitenden Gewerbe, im Bergbau und in der Gewinnung von Steinen und Erden.

Stromerzeugung 2018: Ein Drittel aus Kernenergie

Der Bruttostromverbrauch lag 2018 in Baden-Württemberg bei 71 402 Millionen Kilowattstunden. Das waren 1,1 % weniger als 2017. Die Bruttostromerzeugung1 ist nach vorläufigen Berechnungen 2018 gegenüber dem Vorjahr um 3,0 % gestiegen. Insgesamt wurden 62 250 Millionen Kilowattstunden Strom erzeugt. Damit wurden gut 87 % des verbrauchten Stroms im Land selbst erzeugt. Die restlichen knapp 13 % wurden per Saldo von anderen Bundesländern und dem Ausland eingeführt. Die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien legte gegenüber dem Vorjahr erneut zu (+4 %). Auch die Erzeugung aus konventionellen Energieträgern stieg im Vergleich zu 2017 an (+2,6 %). Mit einem Anteil von 33,2 % an der Bruttostromerzeugung stand Kernenergie weiter an erster Stelle des baden-württembergischen Strommix, gefolgt von Steinkohle mit 28,3 %. Die erneuerbaren Energieträger erreichten einen Anteil von 27,4 % an der Bruttostromerzeugung. Erdgas kam auf 6,2 %. Weitere 4,9 % des Stroms wurde aus sonstigen konventionellen Energieträgern erzeugt. Dazu gehören unter anderem Heizöl, Braunkohle, Flüssiggas, Raffineriegas oder Pumpspeicherwasserkraftwerke ohne natürlichen Zufluss.

1Diese Erzeugung enthält auch Produktionsmengen der Pumpspeicher (Pumparbeit) sowie anderer Speicheranlagen.

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