Queer-Festival 2019: Für ein Europa der Akzeptanz und Menschenrechte

Programmreihen beleuchten Geschichte und Gegenwart queerer Lebenswelten

Zur Eröffnungsparty des 11. Queer-Festivals am 3. Mai im Kulturhaus Karlstorbahnhof legt DJ Kiddy Smile im Klub K auf.
©Nico Bustos

Toleranz, Gleichberechtigung und Vielfalt: Mehr als 30 Veranstaltungen rücken beim Queer-Festival in Heidelberg ab 3. Mai 2019 die Themen und Kunst der LSBTTIQ-Community in den Fokus. Erstmals empfängt das Festival in diesem Jahr im Rahmen einer zweitägigen Konferenz Kulturschaffende aus ganz Europa, um gemeinsam über die gesellschaftliche Akzeptanz von sexueller und geschlechtlicher Vielfalt zu diskutieren. Das Queer-Festival ist deutschlandweit das einzige Festival dieser Größenordnung zu LSBTTIQ-Themen.

 

Mit den Stonewall-Demonstrationen in der New Yorker Christopher Street vor 50 Jahren und der Abschaffung des deutschen Paragrafen 175 vor 25 Jahren wird in diesem Jahr das Jubiläum von zwei Meilensteinen der queeren Bewegung gefeiert. Das Queer-Festival wirft aus diesem Anlass den Blick auf vergangene und aktuelle Formen des Umgangs mit sexueller und geschlechtlicher Vielfalt – und sucht nach europäischen Antworten. „Akzeptanz und Sichtbarkeit von lesbischen, schwulen, bisexuellen, transsexuellen, transgender, intersexuellen und queeren Menschen sind heute selbst in Europa immer noch alles andere als selbstverständlich. Was Aufklärung und Gleichberechtigung angeht, gibt es noch viel zu tun. Gerade deshalb präsentiert das Queer-Festival in Heidelberg mit zahlreichen Partner*innen in den kommenden Wochen ein facettenreiches Programm, das offen für alle ist“, erklärt Bürgermeister Wolfgang Erichson.

 

Das Eröffnungsprogramm

 

Zum Auftakt des Festivals laden die Stadt Heidelberg und die Organisatoren des Queer-Festivals Heidelberg alle Interessierten am Freitag, 3. Mai 2019, um 19.30 Uhr zu einem Empfang ins Kulturhaus Karlstorbahnhof. Zur Eröffnung spricht Bürgermeister Wolfgang Erichson. Im Anschluss bieten queere Festivalmacher*innen aus ganz Europa Einblicke in ihre Arbeit. Die Kulturschaffenden sind im Rahmen des vom Ministerium für Soziales und Integration Baden-Württemberg und der Stadt Heidelberg geförderten Projekts „Queer Europe“ zu Gast. Teil dieses Projekts ist auch die internationale Ausstellung „Queer Identities in Europe“, die zum Abschluss des Empfangs durch den preisgekrönten Fotokünstler Frederik Busch offiziell eröffnet wird. Für den musikalischen Rahmen des Abends sorgt der aus Nashville (USA) stammende Musiker Harrison McClary. Der Eintritt ist frei. Interessierte werden um Anmeldung per E-Mail an [email protected] gebeten. Im Anschluss wird bei der Eröffnungsparty mit DJ Kiddy Smile im KlubK durch die Nacht gefeiert.

 

Konferenz „Queer Europe“

 

Der Empfang ist Auftakt der Konferenz „Queer Europe“, die danach fragt, was es heute in Europa bedeutet, sichtbar queer zu sein? Welche Rolle hat queere Kultur im Kampf für die Akzeptanz sexueller und geschlechtlicher Vielfalt? Beim zweitägigen Kongress vom 3. bis 5. Mai 2019 kommen Kulturschaffende aus ganz Europa – von Finnland bis zur Türkei – im Karlstorbahnhof zusammen. Gemeinsam diskutieren sie künstlerische Positionen und Lösungsansätze für LSBTTIQ-Menschenrechtsarbeit. Ergänzt wird das Programm durch die internationale Fotoausstellung „Queer Identities in Europe“, die den ganzen Mai über im Foyer des Karlstorbahnhofs zu sehen ist.

„Queer History“

 

Noch bis Juli lädt zudem die Reihe „Queer History“ ein, queere Geschichte in Deutschland, Großbritannien und den USA zu entdecken und zu diskutieren. Filme, Lesungen und Vorträge internationaler Referent*innen stehen auf dem Programm. Die Reihe ist eine Kooperation mit dem Institut für Geschichte und Ethik der Medizin der Universität Heidelberg und dem Universitätsarchiv.

 

Alle Veranstaltungen im Rahmen von „Queer Europe“ und „Queer History“ sind kostenfrei. Das vollständige Programm und alle Informationen gibt es unter www.queer-festival.de.

 

Hintergrund

 

Das Amt für Chancengleichheit der Stadt Heidelberg arbeitet seit einigen Jahren in zahlreichen Programmreihen eng mit dem im Karlstorbahnhof entstandenen Queer-Festival Heidelberg zusammen. Mit einer Mischung aus Konzerten, Lesungen, Diskussionen, Performance, Kino, Kunst und Partys bietet das Queer-Festival seit 2009 eine Plattform für queere Kunst und Kultur. Damit war das Queer-Festival Heidelberg das erste Format dieser Art in Deutschland. Bis heute ist es das größte und renommierteste. Zum Festivaljubiläum 2018 kamen über 5.000 Besucher*innen und Kulturschaffende aus ganz Europa nach Heidelberg. Das Festival findet jährlich im Mai statt.

 

Programm

 

Freitag, 3. Mai, 19.30 Uhr: Karlstorbahnhof, Saal, Foyer

Queer Europe 

Empfang / Vernissage

 

Freitag, 3. Mai, bis Sonntag, 5. Mai: Karlstorbahnhof, Saal, KlubK

Queer Europe

Konferenz

 

Freitag, 3. Mai, bis Mittwoch, 29. Mai: Karlstorbahnhof, Foyer

Queer Identities in Europe

Fotoausstellung

 

Mittwoch, 8. Mai, 18 Uhr: Neue Universität, Hörsaal 12a

Queer History: Curing Queers

Vortrag

 

Sonntag, 12. Mai, 13 Uhr: Sandgasse 10

Queer History: Hirschfeld & Heidelberg

Stadtrundgang

 

Donnerstag, 16. Mai, 18.15 Uhr: Atrium des Heidelberg Center für American Studies (HCA)

Queer History: When Brooklyn was Queer

Lesung

 

Mittwoch, 19. Juni, 19 Uhr: Karlstorkino

Queer History: Anders als die Anderen/Anders als du und ich

Vortrag & Film

 

Montag, 24. Juni, 19 Uhr: Karlstorkino

Queer History – Rosa von Praunheim: „Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation in der er lebt“ & „The Rosa Song“

Vortrag & Film

 

Dienstag, 9. Juli, 19 Uhr: Neue Universität, Hörsaal 06

Queer History: Susanne im Bade und der Streit um Bilder (n)ackter Akte

Vortrag

 

Donnerstag, 18. Juli, 19 Uhr: Karlstorbahnhof, KlubK

Andreas Meyer-Hanno. Vom „Tuntenhasser“ zum Aktivisten der Bewegung

Lesung

 

Samstag, 20. Juli, 14 Uhr: Historisches Seminar, Übungsraum 1

Hilde Radusch (1903 – 1994), die UKZ und Heidelberg

Vortrag & Workshop

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