Stadt Mannheim zieht positives Fazit für Pilotprojekt „Scan-Fahrzeuge“
Sechs Wochen lang war Ende 2025 ein sogenanntes Scan-Fahrzeug zur automatisierten Parkraumüberwachung in der Mannheimer Neckarstadt im Einsatz. Ziel war es, die dort parkenden Fahrzeuge zu überprüfen, sicherheitsrelevante Verstöße zu erfassen und zur Ahndung weiterzuleiten. Das Pilotprojekt wurde im Rahmen des Verkehrsministeriums Baden-Württemberg durchgeführt. Seit Mitte Dezember ist die Testphase abgeschlossen, und die Ergebnisse liegen nun vor.
Bürgermeister und Sicherheitsdezernent Dr. Volker Proffen zieht eine positive Bilanz: „Wir freuen uns, dass Mannheim europaweit die erste Kommune war, die Falschparker automatisiert mit einem Scan-Car erfasst hat. Ziel des Versuchs war es, die Überwachung des ruhenden Verkehrs effektiver zu gestalten, den Kontrolldruck zu erhöhen und die Verkehrssicherheit nachhaltig zu stärken.“ Gleichzeitig betont er: „Der Test hat gezeigt, dass die Technik Potenzial hat, dieses Ziel zu erreichen. Gleichzeitig haben wir erkannt, dass das automatisierte Erfassen von Falschparkern deutlich anspruchsvoller ist als beispielsweise das Erfassen von ‚Schwarzparkern‘. Das Projekt brachte allen Beteiligten wertvolle Erkenntnisse. Wir möchten die Technik künftig dauerhaft als Kontrollmittel unseres städtischen Ordnungsdienstes einsetzen und werden die Einführung eines Scan-Fahrzeugs intensiv weiterverfolgen.“
Auch Verkehrsminister Winfried Hermann lobte die Testphase: „Das Scan-Fahrzeug konnte sich im Einsatz beweisen und macht die Straßen sicherer. Falschparken führt insbesondere in dicht bebauten Innenstädten häufig zu gefährlichen Situationen. Durch die engmaschige und regelmäßige Kontrolle bleiben Rettungswege, Radstreifen und Fußwege frei. Die Erfahrungen aus dem Pilotversuch können Mannheim beim weiteren Einsatz unterstützen und anderen Kommunen die Einführung erleichtern.“
Während der Testphase waren die ausgewählten Mitarbeiter des Ordnungsdienstes täglich, tagsüber sowie in den späten Abendstunden, mit dem Scan-Fahrzeug unterwegs. Alle Testfahrten wurden protokolliert, und festgestellte Fehler sowie Probleme direkt gemeldet. Das beauftragte Unternehmen DCX Innovations optimierte die Erfassungssoftware kontinuierlich, unter anderem hinsichtlich der Kartierung an die Mannheimer Beanstandungspraxis und der Satellitenortung, die den Standort eines Fahrzeugs auf bis zu zehn Zentimeter genau ermitteln kann.
Am Ende der Testphase konnten die ersten teilautomatisiert erhobenen Echtfälle in das Erfassungsprogramm des Fachbereichs Sicherheit und Ordnung übertragen werden. An einem Tag wurden so 45 Fälle an die Bußgeldbehörde weitergeleitet, von denen bereits 60 Prozent abgeschlossen und bezahlt sind. Beanstandet wurden unter anderem das Parken am rechten Fahrbahnrand, das Parken mit weniger als fünf Metern Abstand zu Kreuzungen, verbotswidriges Gehwegparken, das Parken auf Sperrflächen sowie im absoluten Halteverbot. Die Verwaltung geht davon aus, dass künftig je nach Örtlichkeit und Uhrzeit etwa 50 sicherheitsrelevante Verstöße pro Stunde erfasst werden könnten.
Für die Zukunft plant die Stadt Mannheim, Scan-Cars dauerhaft im Stadtgebiet einzusetzen. Zunächst sollen sie in Quartieren mit hohem Parkdruck eingesetzt werden, wobei ausschließlich sicherheitsrelevante Verstöße kontrolliert werden. Eine Ausweitung auf „Schwarzparker“ ist möglich, sobald die Parkautomaten auf Kennzeicheneingabe umgestellt sind und die Software persönliche Kriterien der Parkenden, etwa die Schwerbehinderten-Eigenschaft, berücksichtigen kann.
Aufgrund der Komplexität der zu überwachenden Regelungen wird eine Ausschreibung der Technik besonders gründlich erfolgen müssen. Zudem wird auf Bundesebene derzeit über neue rechtliche Voraussetzungen für den Einsatz von Scan-Fahrzeugen diskutiert. Sobald diese beschlossen sind, kann das Thema in Mannheim weiter vorangebracht werden. Parallel optimiert die Verwaltung bereits die Workflows, etwa den Datentransfer zwischen Scan-Fahrzeug und Bußgeldstelle.
Foto: Stadt Mannheim












