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Serie Waldnaturschutz des Kreisforstamts

15. Mai 2023 | Das Neueste, Leitartikel, Metropolregion, Natur & Umwelt

 

Die Bechsteinfledermaus im Schriesheimer Forst: Große, spitze Ohren, flauschiges Fell, nackte Flügel: Die Bechsteinfledermaus gehört sowohl zu den gefährdetsten als auch zu den niedlichsten Waldbewohnern in Baden-Württemberg. In der Reihe „Naturschutzprojekte im Wald“ des Kreisforstamtes werden daher die Bemühungen vorgestellt, um diese faszinierende Tierart zu erhalten und zu fördern.

Fledermaus-Nistkästen als Ergänzung zu den natürlichen Habitatbäumen.

Bechsteinfledermäuse breiten sich nur sehr langsam aus und brauchen zudem viele verschiedene Quartierbäume als Unterschlupf. Um einem Parasitenbefall vorzubeugen, wechseln die Tiere ihre Behausungen regelmäßig. Die seltene Art ist durch die europäische Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie streng geschützt und kommt unter anderem im Schriesheimer Stadtwald vor. Ein Grund für das häufige Vorkommen dieser und weiterer Fledermausarten (wie beispielsweise das Braune Langohr oder das Große Mausohr) sind laut Wolfgang Kutzsche, ehren-amtlicher Naturschützer in Schriesheim, die zahlreichen Altbuchen und Alteichen, welche einen günstigen Lebensraum schaffen.
Zusätzlich werden spezielle Fledermaus-Nistkästen als Ergänzung angebracht, kontrolliert und gesäubert. Von 2018 bis 2020 wurde durch die Arbeitsgemeinschaft Fledermausschutz Baden-Württemberg das Projekt „Erfassung und Sicherung von Habitatbäumen“ in Schriesheim durchgeführt. Dabei wurden die Bäume kartiert, die von den Fledermäusen als Quartiere genutzt wurden. Außer Bechsteinfledermäusen konnte der Biologe und Fledermausexperte Dr. Andreas Arnold im Schriesheimer Wald acht weitere Fledermausarten nachweisen.
Um diese Habitatstrukturen langfristig zu erhalten, setzt der zuständige Revierförster Walter Pfefferle das Alt- und Totholzkonzept mit der Ausweisung von Waldrefugien und Habitatbaumgruppen um. Ehrenamtliche Naturschützer markieren zusätzlich weitere Habitatbäume, welche ebenso von der Nutzung ausgeschlossen werden. Die Dokumentation der Bäume und Waldrefugien ist essenziell für einen stabilen Bestand der Fledermäuse. Kutzsche als Ansprechpartner zum Thema Fledermausschutz informiert Revierleiter Walter Pfefferle stets über neue Erkenntnisse in diesem Gebiet. „Die Zusammenarbeit mit der AG Fledermausschutz Baden-Württemberg ist sehr konstruktiv und vertrauensvoll“, so Pfefferle.
Trotz der besonderen Bemühungen und des gemeinsamen Erfolgs der Forstleute und Naturschützer bleibt Pfefferle bescheiden: „Es freut mich, dass die Bechsteinfledermaus im Revier – auch im angrenzenden Hirschberger Wald – so zahlreich vorkommt. Und insgeheim ist man natürlich auch ein bisschen stolz darauf, ganz gleich, ob man Anteil an diesem erfreulichen Umstand hat, oder nicht.“ Als großes Problem werden allerdings die klimatischen Veränderungen angesehen. Die Absterbeprozesse, welche gerade auch bei den für die Fledermäuse so wichtigen alten Laubbäumen zu beobachten sind, könnten langfristig die Anzahl der Quartierbäume verringern.

Quelle: Quelle: Landratsamt RNK

 

 

 

 

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