Wie in den Vorjahren hatte sich das Polizeipräsidium Mannheim intensiv auf den Jahreswechsel 2025/2026 vorbereitet und war mit einem angepassten Kräfteaufgebot im Einsatz. Die örtlichen Polizeireviere wurden verstärkt, zusätzlich unterstützten Einsatzkräfte der Bereitschaftspolizei, der Wasserschutzpolizei sowie die Ordnungsdienste der Städte Mannheim und Heidelberg die Maßnahmen im gesamten Rhein-Neckar-Kreis. Ziel war es, Feierlichkeiten unter Kontrolle zu halten und mögliche Eskalationen frühzeitig zu verhindern.
Nach einem zunächst ruhigen Verlauf nahm die Zahl der Einsätze kurz vor Mitternacht deutlich zu. Die Polizei und die Feuerwehren, darunter die Berufsfeuerwehren Mannheim und Heidelberg sowie freiwillige Wehren im Kreis, mussten mehrfach zu Brandeinsätzen ausrücken. Hauptsächlich handelte es sich um Mülltonnenbrände, vereinzelt griffen Silvesterraketen auf Balkone über. In Heidelberg-Emmertsgrund wurde eine Person leicht verletzt, ein Polizeibeamter erlitt Rauchgasvergiftungen. Bei einem Brand eines Doppelhauses in Mannheim-Käfertal entstand Sachschaden von rund 200.000 Euro, Personen kamen nicht zu Schaden.
Mannheim
In Mannheim versammelten sich mehrere tausend Feiernde rund um den Wasserturm, die Kurpfalzbrücke und den Plankenkopf. In Spitzenzeiten hielten sich über 2.000 Personen am Mannheimer Wahrzeichen auf, weshalb der Fahrzeugverkehr zwischen 23:15 Uhr und 01:00 Uhr umgeleitet wurde. Unter den Feiernden befanden sich auch Gruppen mit erkennbarem Aggressionspotenzial, deren Eskalationen durch schnelles und konsequentes Einschreiten der Polizei verhindert werden konnten. Gegen 00:15 Uhr beschädigte eine Gruppe von etwa 20 Jugendlichen in der Lilienthalstraße drei Straßenbahnen durch Stein- und Böllerwürfe. Dabei gingen mehrere Scheiben und eine Eingangstür zu Bruch, eine Straßenbahn wurde am Fahrerhaus stark beschädigt, zudem wurden eine Haltestelle, ein Aufenthaltsraum der rnv und ein Jugendhaus in Mitleidenschaft gezogen. Personen wurden nicht verletzt, der Sachschaden wird auf einen niedrigen sechsstelligen Betrag geschätzt, eine Person wurde festgenommen.
Heidelberg
In Heidelberg konzentrierten sich die Feiernden vor allem auf die Alten Brücke und die Theodor-Heuss-Brücke, wo sich in der Spitze rund 1.800 Menschen aufhielten. Aufgrund des Andrangs musste die Theodor-Heuss-Brücke zeitweise gesperrt werden, ebenso die B37 zwischen Stadthalle und Neckarmünzplatz. Gegen 00:45 Uhr konnten die Sperrmaßnahmen aufgehoben werden, nachdem zahlreiche Feiernde in Richtung Altstadt weitergezogen waren.
Rhein-Neckar-Kreis
Im Rhein-Neckar-Kreis verlief der Jahreswechsel insgesamt ruhig. Rund um die Drehscheibe Walldorf kam es zwar zu größeren Ansammlungen, es wurden jedoch keine nennenswerten Ordnungsstörungen registriert. Insgesamt kam es zu vier Widerstandshandlungen beziehungsweise tätlichen Angriffen gegen Polizeikräfte, bei denen drei Beamte leicht verletzt wurden. Außerdem wurden Polizeikräfte teilweise gezielt mit Knallkörpern und Silvesterraketen beworfen, die Täter konnten in der Menschenmenge nicht ermittelt werden.
Einsatzleiter Alexander Ulmer zog ein positives Fazit: „Unser Einsatzkonzept für den diesjährigen Jahreswechsel ist aufgegangen. Durch frühzeitiges, entschlossenes und zugleich besonnenes Einschreiten konnten Eskalationen wirksam verhindert werden.“












