Soziale Herkunft für Bildungserfolg nach wie vor relevant

Vierter Mannheimer Bildungsbericht vorgestellt
 
Die Stadt Mannheim hat sich im täglichen politischen und in ihrem Verwaltungshandeln unter anderem den strategischen Zielen der Bildungsgerechtigkeit, Talentförderung und dem Zusammenleben in Vielfalt verpflichtet. Daneben liegt in der Vereinbarkeit von Familie und Beruf eine wichtige Zielsetzung der Stadt.
 
Seit 2010 informiert die Stadt Mannheim regelmäßig in ihrem Bildungsbericht über die Entwicklung und den Stand der kommunalen Bildungslandschaft. Nun liegt der vierte Mannheimer Bildungsbericht vor, der heute im Rahmen eines Pressegesprächs vorgestellt wurde.
 
Der vierte Mannheimer Bildungsbericht gibt Antworten auf die Fragen, welche Herausforderungen bereits bewältigt wurden, welche noch bevorstehen und wo Mannheim auf dem Weg zu mehr Bildungsgerechtigkeit und Chancengleichheit steht.
 
Bildungsbürgermeisterin Dr. Ulrike Freundlieb sowie Dr. Peter Schäfer, Leiter des Fachbereichs Jugendamt und Gesundheitsamt, Sabine Gaidetzka, Leiterin des Fachbereichs Tageseinrichtungen für Kinder, und Hans-Jürgen Heißner, Stellvertretender Leiter des Fachbereichs Bildung, gaben einen umfassenden Überblick über die fachbereichsübergreifend ausgewerteten Erkenntnisse.
 
Wesentliches Element des kommunalen Bildungsmonitorings
Inzwischen hat sich der Bildungsbericht als wesentliches Instrument des kommunalen Bildungsmonitorings etabliert. Er soll allen am kommunalen Bildungsgeschehen interessierten Bürger, den Politikern, der Verwaltung und Fachkräften sowie Experten einen Überblick und vertiefte Kenntnisse vermitteln sowie eine Grundlage für Politik und Verwaltung darstellen.
 
Im vierten Bildungsbericht zeigt sich insbesondere, dass für den Bildungserfolg neben der sozialen Herkunft weitere Einflussfaktoren, wie etwa ein Migrationshintergrund oder eine Berufstätigkeit der Eltern nach wie vor von großer Bedeutung sind.
 
„Wichtige Informationen zu den Rahmenbedingungen in Mannheim gibt uns die sozialräumliche Perspektive, die wertvolle Erkenntnisse für unser Handeln in den Quartieren, Regionen sowie in der gesamten Kommune liefert. Mit dem Bericht zeigen wir fachbereichsübergreifend unser konkretes Handeln im Berichtszeitraum auf, mit dem wir die Chancengleichheit für die Kinder, Jugendlichen und ihre Familien in Mannheim voranbringen wollen“, erläuterte Bildungsbürgermeisterin Dr. Ulrike Freundlieb.
 
Insbesondere die sozialräumliche Orientierung des Bildungsberichts, die eine Zuordnung zu einzelnen Quartieren und Institutionen ermöglicht, sei ausschlaggebend für kommunale Entscheidungsprozesse. So wurden beispielsweise der Einsatz von Unterstützungsangeboten oder der Ausbau von Eltern-Kind-Zentren, von Schulsozialarbeit und Ganztagsschulen gezielt auf die Sozialräume ausgerichtet, in denen die Bildungs- und Teilhabechancen optimiert werden sollen. Die sozialräumliche Orientierung hat die Steuerung von Bildungsinvestitionen maßgeblich geprägt und wird von auch von der Politik beachtet.
 
„Das Bildungsmonitoring hat sich zudem zu einem wesentlichen Instrument etabliert, dessen Erkenntnisse bei Entscheidungsprozessen wie beispielsweise in der Schulentwicklung, bei der Implementierung neuer Unterstützungsmaßnahmen für Kinder und deren Familien oder bei der intensiveren Vernetzung bereits bestehender Angebote genutzt werden“, hob Freundlieb den Nutzen des Berichtes hervor.

Schwerpunktthemen Bildungsgerechtigkeit, Integration, Inklusion und Betreuungsangebote

Die Kapitelfolge orientiert sich an der biografischen Entwicklung und spiegelt somit die biographiebegleitende Bildungskette wider; indem auf den Elementarbereich das all-gemeinbildende Schulwesen und das berufliche Schulsystem folgen. Auch dem erweiterten Bildungsbegriff wird im Kapitel F „Non-formale Lernwelten“ Rechnung getragen. In diesem Bildungsbericht wurde das Kapitel der frühkindlichen Bildung um sozialraumorientierte und qualitative Aspekte der Arbeitsschwerpunkte städtischer Kindertageseinrichtungen erweitert. Ziel in der Bearbeitung der lokalen Bildungskette ist es, spezifische Bedarfe mit Blick auf die sozialräumliche Herkunft datengestützt zu identifizieren und damit dazu beizutragen, Kindern eine möglichst vollumfängliche Teilhabe an frühkindlicher Bildung zu ermöglichen und Bildungsbenachteiligung von Anfang an entgegenzuwirken. Deshalb wurde in diesem Bildungsbericht das Kapitel der frühkindlichen Bildung um sozialraumorientierte und qualitative Aspekte der Arbeitsschwerpunkte städtischer Kindertageseinrichtungen erweitert.
 
Die Bildungsbürgermeisterin hob beispielhaft einige Besonderheiten zu den Schwerpunktbereichen Bildungsgerechtigkeit, Inklusion und Integration, Bildung und Soziale Herkunft sowie Betreuungsangebote für Kinder heraus: so etwa MAUS zur Förderung der Chancengleichheit an Schulen, der Einsatz von Inklusionsfachkräften an städtischen Kitas sowie die fortgeschrittene Inklusionsquote an Schulen, die hohen Schülerzahlen in den VAB-Klassen sowie gestiegene Erfolgsquoten bei den Schulabschlüssen ausländischer sowie Jugendlicher mit Migrationshintergrund sowie der Ausbau von Ganztagsschulangeboten und Betreuungsplätzen für Kinder.
Anschließend stellten die Fachbereichsleitungen die ausgewerteten Ergebnisse, die für die Fachöffentlichkeit und Politik hohe Relevanz haben, im Detail vor. Für diese soll es einen Fachtag geben, an dem die Ergebnisse diskutiert werden.

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