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Stachelschweinnachwuchs in Kuschelstimmung im Heidelberger Zoo

11. April 2024 | Heidelberg, Natur & Umwelt

Das Stachelschweinpaar im Zoo Heidelberg brachte Ende März zwei Jungtiere zur Welt. Besucher können die muntere Familie gut in ihrer Höhle beobachten und zusehen, wie die kleinen Stachelträger herumtollen und sich gemütlich an die Eltern kuscheln. Beide Elternteile kümmern sich sehr liebevoll um ihren Nachwuchs und nehmen die Kleinen beim Schlafen in die Mitte.

Im Unterstand der Anlage für Stachelschweine und Erdmännchen im Zoo Heidelberg können Besucher die etwa 30 cm großen Stachelschweinjungen mit ihren Eltern gut beobachten. Bei der Geburt wiegen die Jungtiere etwa 350 Gramm. Ihr Körper ist bereits mit kurzen Stacheln besetzt. Diese sind jedoch sehr weich und biegsam. Dadurch können die Jungen ihre Mutter bei der Geburt nicht verletzen. Sie kuscheln sich gerne unter der Wärmlampe an die Elterntiere. Mit den weichen Stacheln können sich die Jungtiere noch nicht selbst vor möglichen Fressfeinden schützen. Die Elterntiere passen daher auf Ihren Nachwuchs gut auf und positionieren sich stets seitlich von ihren Jungen, um sie vor möglichen Angriffen zu schützen.

Im Zoo Heidelberg teilen sich die Stachelschweine die Außenanlage mit den Erdmännchen. Erst wenn die Kleinen selbst feste Stacheln besitzen, werden sie ohne Begleitung der Elterntiere die Anlage erkunden. Bis sie sich an die Gesellschaft der neugierigen Erdmännchen gewöhnt haben, werden die jungen Tiere häufiger das Aufstellen ihres Stachelkleides einsetzen, um die Mitbewohner auf Abstand zu halten.

Wehrhafte Stacheln mit unterschiedlichen Funktionen

Stachelschweinpaar in der Sonne. (Foto: Heidrun Knigge/Zoo Heidelberg)

Stachelschweinpaar in der Sonne. (Foto: Heidrun Knigge/Zoo Heidelberg)

Das Fell der Körperoberseite der Stachelschweine ist zu einem Stachelkleid umgewandelt das der Selbstverteidigung dient. Die elastischen Borsten und runden Spieße haben verschiedene Eigenschaften und Funktionen. Sie sind teilweise mit Widerhaken besetzt und können Längen bis zu 40 cm erreichen. Direkt beim Unterstand am Gehege gibt es Informationen zu den Unterschieden.
Zur Abwehr von Feinden wie z.B. Leopard, Hyäne oder Löwe setzt das Stachelschwein seine Stacheln vielseitig ein: Bei Gefahr sträubt das Stachelschwein zunächst seine Stacheln und erscheint dadurch doppelt so groß. Akustisch unterstützen die Tiere dies durch Schütteln der Schwanzstacheln. Schlagen die hohlen Kapseln am Ende gegeneinander, klingt es wie ein „Rasselbecher“. Dabei kann es passieren, dass den Riesennagern einzelne Stacheln wegfliegen. Entgegen dem weitverbreiteten Irrtum, werden die Stacheln also nicht gezielt „abgeschossen“, sondern lösen sich aus dem Stachelkleid.

Dennoch können die Stacheln zu einer tödlichen Waffe werden, denn als letztes Mittel stellt sich der bedrohte Nager rückwärts dem Gegner entgegen und stößt ihm seine Stacheln in den Körper. Der Stich ist dabei für den Angreifer zunächst nur unangenehm und reicht oft bereits aus, dass der Angriff abgebrochen wird. Doch die Stacheln sind weiterhin gefährlich, da sie aufgrund der feinen Widerhaken stecken bleiben und sich in der Haut des Angreifers entzünden können. Manche Stacheln oder Stücke von Stacheln wandern durch die Haut bis zu lebenswichtigen Organen. So kann es durchaus vorkommen, dass die Auseinandersetzung mit einem Stachelschwein sogar für einen Löwen tödlich endet.

 

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