Stadtwerke Heidelberg: OB Prof. Würzner verbindet Energie- und Zukunftsspeicher mit dem Fernwärmenetz

Großer Schritt zur nachhaltigen Energieversorgung – Gemeinderat entscheidet über Klimaschutz-Aktionsplan

 

Wasser marsch: Als Oberbürgermeister und Aufsichtsratsvorsitzender der Stadtwerke Heidelberg hat Prof. Dr. Eckart Würzner am 20. November 2019 im Pfaffengrund erstmalig das Ventil vom wassergefüllten Energie- und Zukunftsspeicher der Stadtwerke zum Fernwärmenetz aufgedreht. © Rothe

Umweltfreundliche Mobilität, nachhaltiger Konsum sowie Energie und Strom aus erneuerbaren Energien sind Bausteine auf dem Weg Heidelbergs zur klimaneutralen Stadt. Die Stadtverwaltung hat im sogenannten Klimaschutz-Aktionsplan viele konkrete Vorschlägen zu einem Paket zusammengefasst. Der Gemeinderat entscheidet am 21. November 2019 über dieses Gesamtpaket; über die einzelnen Maßnahmen dann separat. Ein wichtiger Baustein der Klimaschutz-Aktivitäten ist der neue Energie- und Zukunftsspeicher der Stadtwerke Heidelberg. Mit ihm macht Heidelberg einen großen Schritt in Richtung „grüne“ Energieversorgung.

 

Heidelbergs Oberbürgermeister Prof. Dr. Eckart Würzner, Aufsichtsratsvorsitzender der Stadtwerke Heidelberg, und Prof. Dr. Rudolf Irmscher, Geschäftsführer der Stadtwerke Heidelberg, haben das imposante, mit Wasser befüllte Bauwerk im Stadtteil Pfaffengrund am Mittwoch, 20. November 2019, erstmalig mit dem Fernwärmenetz verbunden.    

 

„Ich bin sehr froh, dass wir unsere Stadtwerke haben, mit denen gemeinsam wir die Steuerung der Energiewende selbst in die Hand nehmen können. Die Stadtwerke sind einer unserer wichtigsten Partner beim Aufbau eines klimaschonenden Energiesystems“, betonte Oberbürgermeister Prof. Würzner, und fügte an: „Mit dem Energie- und Zukunftsspeicher gewinnt das System entscheidend an Flexibilität, zudem unterstützt er bei der Umstellung auf erneuerbare Energien.“. 

 

„Der heutige Tag ist ein Meilenstein in der Entstehung des Speichers: Das Wasser im Speicher ist nun mit dem Fernwärmewasser im Netz verbunden. Ab jetzt können die notwendigen Tests zu verschiedenen Fahrweisen und Leistungswerten starten“, erläuterte Stadtwerke-Geschäftsführer Prof. Dr. Rudolf Irmscher und ergänzte: „Mit Projekten wie diesen sichern wir auch unsere unternehmerische Zukunft, denn wirtschaftlich nachhaltig sind nur solche Lösungen, die auch dem Klimaschutz dienen. Wir sind sehr froh, dass wir mit einer solch klimaengagierten Stadtspitze und Aufsichtsrat dafür den nötigen Rahmen haben.“.

 

Energie- und Zukunftsspeicher: für mehr Flexibilität und erneuerbare Energien

 

Beeindruckendes Projekt für die nachhaltige Zukunft Heidelbergs: Bei einem Pressetermin hat Oberbürgermeister Prof. Dr. Eckart Würzner am 20. November 2019 im Pfaffengrund den Energie- und Zukunftsspeicher der Stadtwerke mit dem Fernwärmenetz verbunden.
©Stadt Heidelberg

Insgesamt investieren die Stadtwerke Heidelberg als 100-prozentiger kommunaler Energieversorger 15 Millionen Euro in den Bau und die Gestaltung der Anlage. Der Speicher wird eine attraktive Außenhülle aus einem Netz mit beweglichen Metallplättchen erhalten, die das Spiel von Wind und Sonne aufgreifen. Auf dem begehbaren Dach ist eine Gastronomie geplant, und die Anlage wird in einen öffentlich zugänglichen Energie- und Bewegungspark eingebettet. Baustart war im Sommer 2018. Mitte 2021 soll der Speicher für die Öffentlichkeit zugänglich sein. Seine Aufgabe im Energiesystem: Er ermöglicht es, Wärme zu speichern und dann bereit zu stellen, wenn sie gebraucht wird. Damit stellt er einen Puffer im Wärmesystem dar. Diese Aufgabe übernimmt er schon ab Frühjahr

 

 

 

  1. Zudem ermöglicht er es, die angebotene Energie und die Nachfrage der Kunden besser miteinander in Einklang zu bringen. So kann beispielsweise an sonnigen oder windreichen Tagen Strom aus diesen fluktuierenden erneuerbaren Energien in Wärme umgewandelt und gespeichert werden. Dabei helfen die geplanten Power-to-Heat-Anlagen, die wie große Tauchsieder funktionieren und mit Strom heißes Wasser erzeugen. Der Speicher ist in ein umfassendes Konzept der Stadtwerke Heidelberg zur Energiewende eingebettet, die Energiekonzeption 2020/2030:

 

  • Energieerzeugung und -umwandlung in Heidelberg seit 2010 neu aufgestellt: Der Speicher ist nach dem Holz-Heizkraftwerk (seit 2014 in Betrieb) der zweitgrößte Baustein aus der Energiekonzeption 2020/2030. Aktuell erzeugt der Energieversorger 25 Prozent der Wärme selbst, 20 Prozent aus erneuerbaren Energien. Mit dem Anschluss des Speichers ist dies nun dauerhaft gesichert. Dafür investierten die Stadtwerke Heidelberg zwischen 2010 und 2020 im ersten Schritt rund 75 Millionen Euro.
  • 50 Prozent grüne, CO2-freie Wärme bis 2020: In einer gemeinsamen Gesellschaft mit der MVV Energie aus Mannheim werden weitere Quellen für CO2-freie Wärme in der Region erschlossen, Bis Ende 2020 soll Abwärme aus einem abfallgefeuerten Heizkraftwerk in das Netz eingespeist werden. Damit steigt der Anteil grüner Wärme in Heidelberg auf 50 Prozent.
  • Ein Drittel Eigenerzeugung der Fernwärme bis 2025: Dafür investieren die Stadtwerke Heidelberg zwischen 2020 und 2025 weitere 50 Millionen Euro in Power-to-Heat-Anlagen, PV-Anlagen, zehn bis zwölf Blockheizkraftwerke, kleine Kraft-Wärmekopplungsanlagen und die Fernkälteversorgung.
  • Investitionen in CO2-Senkung: Insgesamt investieren die Stadtwerke in die Erzeugung und Umwandlung von Energie 125 Millionen Euro bis 2025 und. sorgen so für eine CO2-Minderung um 100.000 Tonnen pro Jahr. Das entspricht rund einem Drittel der gesamten aktuellen CO2-Emissionen durch die Wärmeversorgung aller Heidelberger.
  • Einsparung durch Ökostrom-Tarife: Alle Bürgerinnen und Bürger in der Versorgungspflicht der Stadtwerke Heidelberg sollen 100 Prozent CO2-freien Strom erhalten. Zusätzlich bietet der Energieversorger Ökostrom-Produkte an, deren Vertrieb den Ausbau erneuerbarer Energien und Klimaschutzprojekte in der Region fördert. Die Ökostrom-Angebote reduzieren die CO2-Emissionen um weitere rund 70.000 Tonnen pro Jahr.
  • Eine Tonne weniger CO2 pro Heidelberger Bürger bis 2025: Das ist das Ergebnis des Klimaschutz- Engagements des hundertprozentig kommunalen Unternehmens. Zum Vergleich: Bundesweit liegt der CO2-Ausstoß pro Bürger bei rund elf Tonnen inklusive Verkehr, Dienstleistungen, Ernährung und Produkten beziehungsweise vier Tonnen aus dem Bereich Wohnen.

 

Klimaschutz-Aktionsplan: Heidelberg will klimaneutrale Stadt werden

 

Mit dem Klimaschutz-Aktionsplan, über den der Gemeinderat am 21. November entscheidet, will Heidelberg die CO2-Emissionen noch weiter reduzieren. Die ersten konkreten Vorschläge betreffen alle Lebensbereiche, von Bauen und Wohnen, Ernährung und Konsum über die naturnahe Stadtgestaltung bis zur Mobilität. Heidelberg hat den Pro-Kopf-Ausstoß von CO2 seit 1987 bereits um etwa 30 Prozent verringert. Im Mai 2019 hat Heidelberg als eine der ersten Städte bundesweit den Klimanotstand ausgerufen.

 

Bereits seit 1992 gibt es ein kommunales Klimaschutzkonzept, seit 2014 den „Masterplan 100% Klimaschutz“. Darin sind rund 140 Maßnahmen verankert, die die Stadt und Experten des Heidelberg-Kreises Klimaschutz & Energie umsetzen (www.heidelberg.de/masterplan100). Dieser Masterplan hat großen Anteil an den sinkenden CO2-Werten in Heidelberg. Dessen Fortschreibung ist derzeit ebenfalls im Gremienlauf.

 

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