Starker Einsatz für den Waldschutz: Seit Juni ist eine Holzentrindungsmaschine in den Wäldern des Rhein-Neckar-Kreises im Einsatz

Im Wald der Pfälzer Katholischen Kirchenschaffnei zwischen Neckargemünd-Mückenloch und Lobbach ist es an diesem Tag still und frühsommerlich grün. Die Stille wird – allerdings in überraschend geringer Lautstärke – von einer ungewöhnlichen Maschine unterbrochen. Julian Meyer, stellvertretender Leiter des Holzverkaufsbüros vom Kreisforstamt in Neckargemünd, möchte einigen Kolleginnen und Kollegen aus dem Forstamtsbüro die wichtige Arbeit einer Entrindungsmaschine vorstellen.

Der Stamm wird in die Entrindungsmaschine befördert, die auf dem zweiten Lkw sitzt.

In sicherem Abstand schaut sich die Gruppe das Gefährt an, das aus zwei Fahrzeugteilen besteht, die von jeweils einem Mitarbeiter bedient werden. Beide Fahrzeuge haben einen Kranaufbau mit einem Greifer. Am vorderen Lkw ist ein Förderband montiert. Die Entrindung findet am hinteren Fahrzeug statt. Die beiden Fahrer sind ein eingespieltes Team und arbeiten Hand in Hand beziehungsweise von Kran zu Kran. Der erste Stamm geht über das Förderband zum zweiten Fahrzeug in die Messer der Entrindung und kommt geschält zum Vorschein. Der Stamm glänzt, es ist frisches Holz, Feuchtigkeit tritt aus. Der Arbeiter am hinteren Greifer legt den Stamm am Wegrand ab. Währenddessen wird schon der nächste Stamm in die Entrindung befördert – es wirkt so, als würden die Greifer mit den Stämmen tanzen. Die Choreographie stimmt und ist lange einstudiert.

Die frisch entrindeten, gepolterten Stämme. Ohne Rinde findet der Käfer keine Brutstätte.

Julian Meyer erklärt den Hintergrund der Arbeiten: „Die Holzentrindung ist ein wertvoller Beitrag für den Waldschutz.“ Durch die Klimaveränderungen und die dadurch vermehrt auftretenden trockenen Sommer nimmt der Borkenkäferbefall nämlich mitunter erschreckende Ausmaße an. Besonders die Baumart Fichte ist betroffen. Der Borkenkäfer sucht sich frische Stämme für seine Kinderstube. Die geschlüpften Larven sitzen zwischen Stamm und Rinde im Kambium und zerstören die Leitungsbahnen der Bäume. Der Baum kann sich nicht mehr ernähren und stirbt ab. Dem Käfer ist es dabei egal, ob es ein stehender Baum oder ob es liegendes, also schon gefälltes Holz ist.

„Um einen Käferbefall zu vermeiden, muss in jedem Fall schnell gehandelt werden. Wir möchten kein Spritzmittel ausbringen und haben uns aus diesem Grund für die Entrindung der Stämme entschieden. So schonen wir das Ökosystem und erzeugen unbelastetes Holz, welches wir dem Handel zur Verfügung stellen können. Zudem verlangt die PEFC-Zertifizierung von den Waldbesitzenden, dass sie – wo immer es möglich ist – auf Pflanzenschutzmittel verzichten“, vervollständigt Meyer.

Quelle: Landratsamt RNK

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