„Museum frei Haus“ zeigt historische Tabatière mit Porträt von Carl Theodor
Das „Objekt des Monats“ der Reihe „Museum frei Haus“ ist im Juli eine kostbare Tabatière aus der Mitte des 18. Jahrhunderts. Die kunstvoll gefertigte Schnupftabakdose, vermutlich aus Meißener Porzellan, ist derzeit in der Stadtbibliothek Schwetzingen zu sehen.
Im 18. Jahrhundert gehörten Schnupftabak und aufwendig gestaltete Tabatièren zum höfischen Alltag. Aus einfachen Gebrauchsgegenständen entwickelten sie sich zu luxuriösen Statussymbolen aus edlen Materialien wie Gold, Silber oder Porzellan. Gleichzeitig dienten sie häufig als diplomatische Geschenke, mit denen Fürsten politische Beziehungen pflegten oder besondere Verdienste würdigten.
Die Schwetzinger Tabatière entstand vermutlich um 1756/57 in Meißen. Ihr besonderes Merkmal verbirgt sich im Innendeckel: Dort befindet sich ein fein gemaltes Miniaturporträt des jungen Kurfürsten Carl Theodor, das wahrscheinlich vom Miniaturmaler Johann Martin Heinrici stammt. Das Bildnis deutet darauf hin, dass die Dose einst als repräsentatives Geschenk oder höfische Auszeichnung gedacht war.
Das Exponat zeigt eindrucksvoll, wie eng Kunst, Politik und höfische Repräsentation im 18. Jahrhundert miteinander verbunden waren. Gleichzeitig erinnert es an die Bedeutung Carl Theodors als Förderer von Kunst und Kultur, dessen Hof in Schwetzingen und Mannheim weit über die Grenzen der Kurpfalz hinausstrahlte.
Die Ausstellung ist Teil der Initiative „Museum frei Haus – Kultur da, wo Du bist“, mit der das Stadtmuseum während seiner Schließzeit ausgewählte Exponate an öffentliche Orte bringt. Ziel ist es, Geschichte für alle zugänglich zu machen und Kultur direkt in den Alltag der Menschen zu bringen.
Weitere Informationen unter: www.visit-schwetzingen.de/museum-frei-haus
Fotonachweis: Stadt Schwetzingen, Foto: Tobias Schwerdt












