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Umfassende Bemühungen für Schwächere der Gesellschaft

28. Mai 2019 | Gesellschaft, Leitartikel, Metropolregion

Demographische Entwicklung und Erhalt der Selbständigkeit im Alter als Schwerpunkte

 

Im Laufe der zu Ende gehenden Wahlperiode des Kreistags hat der Rhein-Neckar-Kreis sein soziales Angebot stark ausgebaut. Neue Initiativen gab es da-bei vor allem im Kampf gegen die Langzeitarbeitslosigkeit zusammen mit dem Jobcenter Rhein-Neckar-Kreis, im Blick auf die Teilhabeplanung für Menschen mit geistiger und mehrfacher Behinderung, die psychisch Kranken, in der Kreisseniorenplanung und dem Engagement für Geflüchtete. Dabei erwies sich die Betreuung von unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen als große Herausforderung.

 

Zur Flüchtlingsfrage fand besonders die Integrationskonferenz im Seminarzentrum der Manfred-Sauer-Stiftung in Lobbach 2017 bundesweit Beachtung. Die hochkarätig besetzte Veranstaltung ließ einmal mehr deutlich werden, dass die Integration der Flüchtlinge und Asylbewerber eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe ist. In zwischen muss man die Aufnahme der geflüchteten Menschen im Kreis als gelungen bezeichnen, doch nun gilt es, sie im Rahmen der Anschlussunterbringung in den Städten und Gemeinden, die sich zusammen mit den Bürgerinnen und Bürger vorbildlich engagieren, auch in den Alltag zu integrieren. Die im Landratsamt neu geschaffen Stabsstelle Integration hat dazu ein Integrationskonzept entwickelt, das in einer weiteren Integrationskonferenz im Oktober 2019 fortgeschrieben werden wird.

 

Auf dem sozialen Sektor lag ein Schwerpunkt in der Zusammenarbeit mit dem JobCenter Rhein-Neckar-Kreis, um die Chancen von Langzeitarbeitslosen auf dem Arbeitsmarkt zu verbessern. Ein Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm sowie das Projekt „Vermittlungsoffensive gegen Langzeitarbeitslosigkeit“ brachten ganz gute Erfolge. Dazu wurden finanzielle Mittel eingesetzt, um Arbeitslose, von Arbeitslosigkeit Bedrohte und Ungelernte zu aktivieren und beruflich einzugliedern. Als einer der größten Arbeitgeber der Region hat sich der Rhein-Neckar-Kreis selbst mit dem Projekt „soziale Beschäftigung“ dafür engagiert, langzeitarbeitslose Menschen zeitlich befristete Beschäftigungsverhältnisse zu bieten. Die Stabsstelle Integration kooperiert zudem mit dem neuen „Integration Point“, der beim JobCenter eingerichtet wurde und der Flüchtlingen hilft, eine Arbeitsstelle zu bekommen oder sich darum kümmert, dass sie die deutsche Sprache erlernen, ihre Berufsabschlüsse anerkannt werden oder sie in andere Wohnungen umziehen.

 

Nachdem seit 2013 der Rechtsanspruch für Kinder unter 3 Jahren auf einen Betreuungsplatz und eine Versorgungsquote von 34 Prozent festgeschrieben worden waren, hatte die Kleinkindbetreuung im Rhein-Neckar-Kreis ein noch höheres Gewicht gewonnen. Inzwischen haben die Städte und Gemeinden, und damit der Kreis, diese Versorgungsquote in Durchschnitt überschritten, der Ausbau der Betreuungsplätze geht aber unvermindert weiter. Ein wichtiger Baustein bei der Betreuung von Kindern unter 3 Jahren sind Tagespflegemütter und -väter. Für diese hat der Kreistag im vergangenen Jahr einstimmig eine höhere Vergütung beschlossen, auch um die finanziellen Belastungen von Eltern und Gemeinden zu reduzieren.

 

Da auch am Rhein-Neckar-Kreis die demographische Entwicklung nicht vorübergeht, arbeitet die Sozialplanung Im Landratsamt im Auftrag des Kreistags daran, zusammen mit Vertretern von Politik und Verbänden, Einrichtungen und Diensten sowie Fachexperten die Kreisseniorenplanung voranzubringen. Ein besonderes Augenmerk gilt dabei dem Erhalt der Selbständigkeit im Alter. Dazu wurden inzwischen die Pflegestützpunkte ausgebaut sowie ein fachkundiges Gremiums zu deren Unterstützung gebildet sowie der Ausbau von Kurzzeitbetreuungsplätzen vorangetrieben.

 

Fortgeschrieben wurde die gemeinsame Sozial- und Teilhabeplanung für Menschen mit geistiger und mehrfacher Behinderung für den Rhein-Neckar-Kreis und die Stadt Heidelberg auf den Zielhorizont 2023 und ein Gemeindepsychiatrischer Verbund im Rhein-Neckar-Kreis eingeführt. Zudem gibt es seit dem vergangenen Jahr eine Informations-, Beratungs- und Beschwerdestelle des Rhein-Neckar-Kreises – IBB-Stelle Rhein-Neckar-Kreis – für psychisch kranke Menschen und deren Angehörige. Seit August 2016 beschäftigt der Kreis einen kommunalen Behindertenbeauftragten, der die Belange von Menschen mit Behinderungen vertritt und sowohl Betroffene als auch alle anderen Akteure aus Verwaltung, Politik und Gesellschaft zu Inklusion und Barrierefreiheit berät und unterstützt.

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