GDL Ludwigshafen fordert mehr Personal und einen leistungsfähigen ÖPNV
Brückensperrung und zahlreiche Baustellen setzen Verkehr in der Rhein-Neckar-Region unter Druck
Mannheim/Ludwigshafen. Die bevorstehende Sperrung der Kurt-Schumacher-Brücke zwischen Ludwigshafen und Mannheim könnte den Verkehr in der Metropolregion Rhein-Neckar vor eine erhebliche Belastungsprobe stellen. Gleichzeitig sorgen zahlreiche Baustellen auf wichtigen Verkehrsachsen, unter anderem auf der A5 und A6 sowie rund um das Walldorfer Kreuz, bereits für Behinderungen. Die GDL-Ortsgruppe Ludwigshafen warnt deshalb vor einem drohenden Verkehrskollaps.
Durch die Sperrung einer der wichtigsten Rheinquerungen wird sich der Verkehr voraussichtlich auf die verbleibenden Brücken und Ausweichstrecken verlagern. Längere Fahrzeiten und zusätzliche Belastungen für Pendler, Beschäftigte und Unternehmen seien zu erwarten. Aus Sicht der Gewerkschaft könnte ein leistungsfähiger öffentlicher Nahverkehr in dieser Situation eine wichtige Alternative zum Auto darstellen.
Allerdings sieht die GDL den ÖPNV derzeit nicht ausreichend auf eine zusätzliche Nachfrage vorbereitet. Jahrelange Sparmaßnahmen, eine vielerorts überlastete Infrastruktur und fehlende personelle Reserven erschwerten es, kurzfristig zusätzliche Kapazitäten bereitzustellen.
„Man kann die Menschen nicht zum Umstieg auf Bus und Bahn auffordern und gleichzeitig beim Personal, bei der Instandhaltung und bei den betrieblichen Reserven sparen“, erklärt Andreas Zimmer, Vorsitzender der GDL-Ortsgruppe Ludwigshafen. Ein attraktiver ÖPNV brauche neben politischen Konzepten vor allem ausreichend Beschäftigte, die den täglichen Betrieb sicherstellen.
GDL sieht Personalmangel als zentrales Problem
Besonders im operativen Bereich bestehe nach Einschätzung der GDL erheblicher Personalbedarf. Dazu zählen unter anderem Lokomotivführerinnen und Lokomotivführer sowie Beschäftigte in Stellwerken, Werkstätten und bei der Instandhaltung der Schieneninfrastruktur.
Die Gewerkschaft warnt zugleich davor, die notwendige wirtschaftliche und strukturelle Sanierung der Deutschen Bahn auf Kosten der operativ Beschäftigten durchzuführen. Weitere Einsparungen beim betriebsnotwendigen Personal würden die bestehenden Probleme aus Sicht der GDL noch verschärfen.
„Wer die Deutsche Bahn sanieren will, darf nicht ausgerechnet bei denjenigen sparen, die den Bahnbetrieb überhaupt erst möglich machen“, betont Zimmer. Die Beschäftigten in Zügen, Stellwerken, Werkstätten und bei der Infrastruktur seien diejenigen, die den Bahnbetrieb täglich aufrechterhielten.
Politik soll Rahmenbedingungen verbessern
Die GDL fordert Bund, Länder und Kommunen auf, angesichts der bevorstehenden Verkehrsbelastungen frühzeitig zu handeln. Notwendig seien aus ihrer Sicht eine verlässliche Finanzierung des öffentlichen Verkehrs, ausreichende Kapazitäten im regionalen Zugverkehr und zusätzliche personelle Reserven.
Auch die Aufgabenträger müssten sicherstellen, dass bestellte zusätzliche Verkehrsleistungen tatsächlich erbracht werden können. Fehlende Fahrzeuge, begrenzte Werkstattkapazitäten oder Personalmangel dürften nicht dazu führen, dass zusätzliche Angebote kurzfristig ausfallen.
„Wer einen Verkehrskollaps verhindern will, muss den öffentlichen Verkehr jetzt stärken“, so Zimmer. Neben Investitionen in die Infrastruktur seien deshalb auch Investitionen in die Beschäftigten erforderlich.
Forderungen der GDL
Die GDL-Ortsgruppe Ludwigshafen fordert unter anderem:
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eine verlässliche und langfristige Finanzierung des Schienenpersonennahverkehrs,
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ausreichende Kapazitäten und betriebliche Reserven während der Brücken- und Straßenbaumaßnahmen,
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mehr Personal im operativen Bereich der Deutschen Bahn,
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eine langfristige Personalplanung für Züge, Stellwerke, Werkstätten und Infrastruktur,
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keinen weiteren Personalabbau zulasten der operativ Beschäftigten,
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eine Überprüfung und Verschlankung von Verwaltungsstrukturen und Führungsebenen,
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eine bessere Abstimmung von Baustellen- und Verkehrskonzepten in der gesamten Metropolregion sowie
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ein gemeinsames Sofortkonzept von Bund, Ländern, Kommunen, Verkehrsverbünden und Verkehrsunternehmen.
Aus Sicht der GDL zeigen die anstehenden Sperrungen und Baustellen, dass die Region ein langfristig belastbares Gesamtverkehrskonzept benötigt. Der öffentliche Verkehr müsse so aufgestellt sein, dass er nicht nur im Normalbetrieb funktioniere, sondern auch bei Baustellen, Sperrungen und anderen Krisensituationen zusätzliche Fahrgäste zuverlässig aufnehmen könne.









