Weinheim: Am Tag des offenen Denkmals am 8. September richtet die Stadt einen Info-Punkt ein – Führungen auf den Turm

Das Schloss als Ausgangspunkt

 

Weinheim. Am Sonntag, 8. September, dem „Tag des offenen Denkmals“ richtet die Stadt einen Info-Punkt im vorderen Schlosshof ein. Dort stehen von 13 Uhr bis 18 Uhr Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Unteren Denkmalschutzbehörde für Fragen und eine erste Orientierung zur Verfügung. Außerdem werden dort Anmeldungen für Führungen auf den Schlossturm angenommen, jede halbe Stunde geht es nach oben. Das Schloss selbst hat eine spannende Baugeschichte.

Das Schloss besteht aus mehreren Teilen in verschiedenen Baustilen und aus verschiedenen Epochen. Der älteste Teil ist das Obertor. Grundsätzlich ist das Schloss in einen nördlichen Trakt und einen südlichen Trakt gegliedert. Der nördliche Teil war Kurpfälzisches Schloss. 1423 erwarb Pfalzgraf Ludwig III. den Hof der Weinheimer Adelsfamilie Swende; 1537 entstand das pfalzgräfliche Schloss. Das Schloss diente den Pfalzgrafen jeweils nur für kurze Zeit als Aufenthaltsort, aber in den Jahren 1698 bis 1700 wurde die Regierung und Hofhaltung durch Kurfürst Johann Wilhelm zeitweilig nach Weinheim verlegt. 1803 ging das Schloss in das Eigentum des Großherzogtums Baden über, das 1833 Schloss und Kellerei an Privatpersonen verkaufte. 1849/53 wurden beide Gebäude von Freiherrn Christian von Berckheim angekauft, der bereits seit 1846 im Besitz des südlichen Teils war.

Im 16. Jahrhundert war der Hof südlich des Obertors im Besitz der Familie Ulner von Dieburg.1725 ließ Franz Pleikart Ulner von Dieburg den heute noch bestehenden Südflügel erbauen, der bereits 1780 klassizistisch umgebaut wurde. 1835 lebte Baron von Venningen mit seiner Gemahlin Lady Jane im Schloss; der französische Schriftsteller Honoré de Balzac besuchte Weinheim in dieser Zeit. Gräfin Waldner von Freundstein erwarb es 1837 und errichtet das Berckheimsche Stammgut für ihren ältesten Sohn aus der Ehe mit Freiherr von Berckheim.

Der Schlossturm und der Zwischenbau werden 1868 in der Zeit des Historismus durch Freiherrn Christian von Berckheim (1817-1889) errichtet. Der 39 Meter hohe Schlossturm zeigt neugotische Architekturelemente; Vorbild war der „Blaue Turm“ in Wimpfen.1925 konnte die Stadt Weinheim den nördlichen Teil des Schlosses anmieten. 1938 kaufte sie das gesamte Schloss, um darin das Rathaus einzurichten. Der bis dahin private Schlosspark dient seit diesem Kauf als öffentlicher Park.

In Weinheim geht die Bandbreite am Tag des offenen Denkmals von A wie Alter Friedhof bis Z wie Fürsten-Zimmer. Weitere Denkmäler sind: Der Alte Friedhof (14 Uhr und 16 Uhr Führungen). Die  Peterskirche (ab 10 Uhr geöffnet, thematische Führungen werden angeboten um 14.30 Uhr, um 15.10 Uhr, um 15.45 Uhr und um 16.45 Uhr. Villa Hübsch gegenüber der Stadthalle in der Bergstraße 67 (Führungen um 13.30 Uhr, um 14.30 Uhr, um 15.30 Uhr und um 16.30 Uhr. Das Fürstenzimmer im Anwesen Obertorstraße 1 (von 13.30 Uhr bis 18 Uhr geöffnet).
Überhaupt ist der Marktplatz ein Schwerpunkt am Denkmalstag. Auch das Alte Rathaus, kann besichtigt werden. Führungen gibt es hier um 13.30 Uhr, um 15 Uhr und um 16.30 Uhr. Die Ulner Kapelle öffnet von 11 Uhr bis 17 Uhr. Führungen werden um 12 Uhr, um 14 Uhr und um 15 Uhr angeboten. Auf der Wachenburg wird es – in Kleingruppen – diesmal möglich sein, den Turm zu besteigen. Führungen und Besichtigungen werden zwischen 10 Uhr und 18 Uhr angeboten. Das Alte Rathaus in Lützelsachsen ist ebenfalls zu besichtigen. Alle beschriebenen Denkmäler sind an diesem Tag eintrittsfrei geöffnet. Auch die Führungen sind kostenlos.

 

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