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Weinheim: Ihr Lebenswerk ist die Stiftung – „alwine – in Würde altern“

7. Mai 2020 | Gesellschaft, Leitartikel, Weinheim

Martina Schildhauer ist jetzt Trägerin des Bundesverdienstkreuzes – Bedingt durch Corona  wird die öffentliche Ehrung im Herbst nachgeholt. 

 

Foto: Thomas Rauch

Weinheim. „Die Stadt Weinheim befürwortet ausdrücklich die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland an Martina Schildhauer, durch ihr außerordentliches Engagement rücken insbesondere die Belange bedürftiger und älterer Menschen in das Bewusstsein der Gesellschaft.“ So heißt es im Antrag auf Verleihung des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland, des so genannten Bundesverdienstkreuzes. Martina Schildhauer, unter anderem Gründerin und Vorstandsvorsitzende der Stiftung „alwine – in Würde altern“, hat das Bundesverdienstkreuz jetzt verliehen bekommen. Wegen der Corona-Krise und ihrer Kontaktbeschränkungen wird die Übergabe durch Oberbürgermeister Manuel Just allerdings auf den Herbst verschoben. Die Ehrung hätte am 8. Mai  im Bürgersaal des Alten Rathauses stattgefunden.

Martina Schildhauer (60) ist „das Gesicht der alwine Stiftung “, so heißt es ebenfalls in der Antragsbegründung. Seit 2009 setzt sich  Martina Schildhauer bereits mit ihrer ursprünglichen Stiftungsinitiative Altersarmut von Frauen dafür ein, dass Bürgerinnen und Bürger, die unter Altersarmut leiden, durch ihren Fonds spontane und direkte Hilfe erhalten. Das Engagement wuchs stetig und fand die erste öffentliche und bedeutende Anerkennung durch den Bundespräsidenten 2013 mit der Einladung ins Schloss Bellevue nach Berlin.

Durch aufmerksames Beobachten und Recherche zum Thema Altern kam Martina Schildhauer auch in Kontakt mit dem stark tabuisierten Thema Gewalt im Alter. „Dieser unfassbare Missstand in unserer Gesellschaft ließ mich nicht mehr ruhig schlafen und ich beschloss, dieses Thema in meine Arbeit zu integrieren“, sagt Martina Schildhauer. Die Wahrung der Würde im Alter wurde zum Leitmotiv der 2017 gegründeten „alwine Stiftung – in Würde altern“, deren Namensgeberin ihre Großmutter Alwine Brand aus Detmold ist.  

Es ist ihr gelungen, weitere zivilgesellschaftliche Akteure als Partner und Spender zu gewinnen. Dadurch gibt es mittlerweile für die alwine-Zielgruppe verlässliche Hilfen durch die fest installierte Beratungsstelle „Sicher und beschützt im Alter“ bei der Arbeiterwohlfahrt Rhein-Neckar. Einzelnotfallhilfe, Beratung, Unterstützung und Finanzierung eines Hausnotruf-Telefons in Kooperation mit dem Deutschen Roten Kreuz, Beratung und Prävention zum Thema Gewalt im Alter gehören zu den Aufgaben der Beratungsstelle, die durch die Stiftung aktiv unterstützt und finanziert wird. „Durch den großen persönlichen Einsatz ist es Martina Schildhauer gelungen, eine anhaltende öffentliche Debatte über die Lebenswirklichkeit älterer Menschen in der Region anzustoßen“, so die Würdigung von Oberbürgermeister Manuel Just.

Neben den Belangen der älteren Menschen liegen der Gerbermeisterin und gebürtigen Westfälin auch die Belange der Jüngeren am Herzen: Seit 2013 gründete sie darüber hinaus Stipendienfonds, die zum einen Schüler und zum anderen junge Erwachsene auf ihrem Bildungsweg fördern. Martina Schildhauers Intention ist es, durch Bildung drohender Altersarmut möglichst frühzeitig entgegenzuwirken. Darunter sind zurzeit auch junge engagierte Flüchtlinge, die die Chance dieser Hilfe erfolgreich umsetzen.

Aber Martina Schildhauer stellt auch hier nicht nur die finanziellen Mittel zur Verfügung, sondern engagiert sich persönlich mit großem Engagement und Kontakt zu den Geförderten.

Auch wenn die Verleihungsfeier nun verschoben werden musste, ist die Nachricht in der Stadtgesellschaft auf Freude gestoßen. Der Rotary Club Weinheim ließ wissen, dass er den Anlass nutzt, bereits jetzt 3000  Euro an die „alwine Stiftung“ zu überweisen.  Dr. Ditmar Flothmann erklärte dazu: „Wir sind überzeugt, dass es gerade in diesen Tagen der verordneten sozialen Distanz noch bedeutsamer ist, die schnelle und unbürokratische Einzelhilfe für bedürftige und ältere Menschen, die die Stiftung vorbildhaft erfüllt, zu unterstützen. Wir gratulieren Martina Schildhauer auf diesem Wege.“

 

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