Wolfgang Kreis: Bessere Löhne und Arbeitsbedingungen fallen nicht vom Himmel
Wolfgang Kreis ist als Vorsitzender des Bezirksverbands Nordbaden der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) für Mannheim für weitere vier Jahre wiedergewählt worden. Damit bleibt der 69-Jährige oberster Interessenvertreter für Bauarbeiter, Reinigungskräfte sowie Beschäftigte in der Land- und Forstwirtschaft in der Region. Nach Angaben der Arbeitsagentur arbeiten in Mannheim rund 5.030 Menschen im Bauhauptgewerbe und 7.170 in der Gebäudereinigung. Kreis selbst ist vom Fach: Er ist gelernter Industriekaufmann, war im Baugewerbe tätig und viele Jahre als Betriebsratsvorsitzender aktiv.
„Ob auf der Baustelle, im Garten- und Landschaftsbau, in der Reinigungsfirma, im Maler- oder Dachdeckerbetrieb – gerade am Arbeitsplatz kommt es darauf an, dass die Menschen an einem Strang ziehen. Gute Löhne und gute Arbeitsbedingungen fallen nicht vom Himmel“, betont Kreis. Er ruft die Beschäftigten der Region auf, sich für ihre Interessen einzusetzen. Die IG BAU Nordbaden stehe dabei fest an der Seite der Beschäftigten, nicht nur bei fairer Bezahlung, guten Arbeitsbedingungen oder Mitspracherechten im Betrieb, sondern auch in Konfliktsituationen mit Arbeitgebern.
Wolfgang Kreis kündigt an, dass die IG BAU sich auch weiterhin in politische Debatten einmischen werde. Viele Entscheidungen der Berliner Koalition hätten direkte Auswirkungen auf die Region und die Beschäftigten, etwa im Wohnungsbau, wo es um bezahlbare Wohnungen und mehr Sozialwohnungen gehe. Ebenso fordert Kreis ein starkes Signal der Bundesregierung für die Stärkung der Tarifbindung: „Der Tariflohn sollte endlich zur Regel werden. Davon würden auch die Beschäftigten in der Region profitieren.“
Zudem setzt Kreis klare Grenzen gegen Versuche, Arbeitenden neue Belastungen aufzubürden, wie Kürzungen bei der Lohnfortzahlung, Abschaffung des 8-Stunden-Tags oder Erhöhung des Renteneintrittsalters. Gerade im Bau- und Handwerksbereich sei die Rente mit 65, 66 oder 67 für viele schon heute kaum erreichbar. Stattdessen seien sinnvolle Reformen nötig, insbesondere eine ordentliche, sichere und gerechte Rente.
Porträt: IG BAU | Alexander Göbel












