18. Kurzfilmfestival GIRLS GO MOVIE: Die Gewinnerinnen 2022

Am Wochenende fand das renommierte Kurzfilmfestival GIRLS GO MOVIE wieder im CinemaxX Mannheim statt.

Zahlreiche Zuschauer*innen hatten so die Gelegenheit, die Werke der jungen weiblichen Filmszene zu erleben und die diesjährigen Preisträgerinnen von GIRLS GO MOVIE zu feiern. Die Staatsministerin des Landes Rheinland-Pfalz, Katharina Binz, der Mannheimer Bildungsbürgermeister Dirk Grunert sowie die Geschäftsführerin des Stadtjugendring Mannheim e.V., Karin Heinelt, eröffneten die diesjährige Preisverleihung und begrüßten die Filmemacherinnen und das Publikum in Mannheim.
Das Kurzfilmfestival ist eine etablierte Plattform für junge Filmemacherinnen der Region und darüber hinaus. Es bietet Anfängerinnen die Möglichkeit, sich filmisch auszuprobieren und ist zugleich eine Chance für professionelle Newcomerinnen, ihre Werke einem großen Publikum zu präsentieren. Am Wochenende gab es wieder die Gelegenheit, die beeindruckenden Ergebnisse der Filmarbeit zu sehen.
Die Frauen-, Jugend- und Kulturministerin des Landes Rheinland-Pfalz, Katharina Binz, lobte bei der Preisverleihung: „Das GIRLS GO MOVIE-Kurzfilmfestival ist ein beispielhaftes Projekt der Frauen- und Kulturförderung. Ihr Weg, um Mädchen und junge Frauen an künstlerisch-technische Medienberufe heranzuführen, ist wirklich einzigartig und leistet einen wichtigen Beitrag, weibliche Perspektiven zu zeigen und Diversität in Filmen voranzutreiben. Mein Dank geht an alle Filmemacherinnen, dass sie ihre Geschichten und Visionen mit uns teilen.“
Karin Heinelt, Geschäftsführerin des Stadtjugendring Mannheim e.V., bedankte sich bei den Filmemacherinnen mit den Worten: „Eure Filme regten uns zum Staunen und Wundern, zum Lachen und zum Weinen – sie regen uns zum Nachdenken an. Vor allem aber erfüllen sie uns mit Respekt – mit Respekt vor eurer großen Offenheit, vor eurem Mut und eurer Courage.“
Die 51 Wettbewerbsbeiträge gaben einen Einblick in die Themen, die Mädchen und junge Frauen bewegen und so vielfältig sind wie die Filmemacherinnen selbst. Die Filme behandeln die eigene Identität und die Geschlechterverhältnisse, Gewalt und Zivilcourage, Vorurteile, Krankheit, Freundschaft und Mut, aber auch den Klimawandel, den Pflegenotstand oder den Krieg in der Ukraine. Bemerkenswert dabei war der Fokus auf dem ganz persönlichen Erfahren und Verarbeiten der gesellschaftlichen Schieflagen und zeitpolitischen Umstände.
Mädchen und Frauen zwischen zwölf und 27 Jahren aus der Metropolregion Rhein-Neckar, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Hessen waren aufgerufen, sich mit Beiträgen am Festival zu beteiligen. Bei Bedarf unterstützte das Filmcoaching-Programm im Vorfeld Teilnehmerinnen bei der Umsetzung ihrer Filmidee.
„Mit dem Blick auf die geschlechtergerechte Entwicklung in dieser Zeit zeigt sich, wie wichtig die Stärkung von jungen Frauen weiterhin ist. In den vergangenen 18 Jahren sind wir bei Geschlechterfragen deutlich vorangekommen. Aber gerade auch in Film und Medien gibt es noch weiter einiges zu tun“, merkte Bildungsbürgermeister Dirk Grunert in seinem Grußwort an.
Während der Festival-Samstag den Mädchen unter 18 Jahren sowie den Teilnehmerinnen des GIRLS GO MOVIE-Sonderprojektes „Dokumentarisches Porträtieren“ in Kooperation mit der SAP gewidmet war, präsentierten am Sonntag die volljährigen Regisseurinnen ihre Filme in den Sektionen „Beginner“, „Advanced“ und „Professional“. In anschließenden Filmtalks hatten ausgewählte Filmerinnen die Gelegenheit, über den Entstehungsprozess der Filme zu berichten. Eine begleitende Veranstaltungsreihe zur Berufsorientierung in Film und Medien fand am Samstagvormittag im Kino statt und wird um eine Online-Beratung am Donnerstag, den 17. November, ergänzt.
Das Team von GIRLS GO MOVIE dankt der diesjährigen hochkarätigen Jury aus Fachfrauen der Branche: Anja Krug-Metzinger (Autorin, Regisseurin & Produzentin, Oppertshausen), Katja Sallay (Regisseurin & Schauspielerin, Berlin) und Tjadke Biallowons (Schauspielerin & Sprecherin, Freiburg). Im Rahmen der Preisverleihung am Sonntagabend wurden die Gewinnerinnen aus beiden Altersgruppen bekannt gegeben.
Die Jury-Preise
In der Kategorie der Zwölf- bis 17-Jährigen:
• Erster Preis: Der erste Preis ging an „Bad feelings“ von Julie Schwerdt, Sophia Margara, Sofia Henninger, Sarah Franck, Dana Dessoy, Christine Wagner, Sophie und Romy Silbach aus dem GIRLS GO MOVIE-Feriencamp mit dem Schwerpunkt Animation. „In Bad feelings werden tiefe Einsichten gekonnt in Spannung gesetzt, zu einem ausdrucksstarken Rhythmus und originell-bunten Motiven, die frisch und neuartig sind. Die ganz große Leistung ist, dass dieser reife und achtsame filmische Umgang mit Gefühlen – der niemals in Kitsch abrutscht – am Ende hundertprozentig funktioniert“, so die Jury.
• Zweiter Preis: Den zweiten Preis erhielt „Ein ganz normaler Highschoolfilm“ von Amélie Streuber, Clara Hautz, Lia Baar, Lisa Hellmann, Lucia Kapsitz, Mara Wadlinger, Maya Clancy, Romy Kirsch und Sandra Kessler. Der Film entstand im Rahmen eines GIRLS GO MOVIE-Filmcoachings an der Integrierten Gesamtschule (IGS) Landau. „Uns hat an dem Film besonders beeindruckt, dass Themen wirklich intensiv und durchdacht behandelt worden sind. Und dabei in schon sehr filmischer Erzählsprache“, erklärt die Jury.
Die Preisträgerinnen in der Kategorie der 18- bis 27-Jährigen:
• Beginner Award: Als bester „Beginner-Film“ ausgezeichnet wurde „Es waren einmal…“ von Sofia Ostaltseva. „Wir begreifen durch die einfachen Bilder, wie der Krieg ein uns vertrautes liebevolles Leben in einer Familie angreift. Der Film besticht durch die kreativen Bilder, deren Farbigkeit, die musikalisch rhythmischen Akzente und durch den dramaturgischen Bogen. Für uns ein erstaunliches Erstlingswerk“, so die Jury.
• Advanced Award: „POWER“ von Yael Cremonesi und Leanne Hartner. Die Jury begründet: „Die eigentliche Stärke, also die ‚Power‘ des Films, liegt in seiner mitreißenden Message. Uns hat zu Tränen gerührt, wie ‚Weiblichkeit‘ endlich mal keinen Stempel á la 50er-Jahre, sexistisch oder feministisch, bekommen hat, sondern ganz zart, weich, wunderschön und dabei so kraftvoll, wie die Natur sie eben gemacht hat, sein darf.“
• Professional Award: „Invisible“ von Ella Knorz. „‚Invisible‘ ist es gelungen, mit sehr knappen filmischen Mitteln ein ganzes Universum innerer Gefühle zugänglich und sichtbar zu machen. Durch das hervorragende Schauspiel – aber auch, weil das Vorstellungsvermögen der Zuschauer*innen gekonnt mit einbezogen wird – glückt Ella Knorz in gut 5 Minuten, was vielen Filmen in 90 Minuten nicht gelingt: ein großartiger und fesselnder Beziehungsfilm“, so die Begründung der Jury.
Girlsjury-Preise
Die Girlsjury, bestehend aus Felicia Cymutta, Lilith Queisser und Sophie Hilbert, verlieh zwei Preise: Erneut ausgezeichnet unter den jüngeren Teilnehmerinnen wurde „Ein ganz normaler Highschoolfilm“ aus der GIRLS GO MOVIE-Schulkooperation mit der IGS Landau. „Wir fanden es spannend und mutig, dass der Film das Genre des Highschoolfilms bedient und es in eine queere Love-Story verwandelt. Wir wollen unbedingt wissen, wie es mit der Liebesgeschichte weitergeht“, so die Jury. Unter den 18- bis 27-Jährigen gewann Golschied Rahmani mit dem Film „In Eurem Namen“. Die Jury begründet: „Der Film widmet sich mit ruhigen, sensiblen Bildern der Trauer einer jungen Frau um ihre Eltern. Er überzeugt formal durch klare künstlerische Entscheidungen und hat uns alle sehr bewegt.“
Der Zonta-Förderpreis, gestiftet von Zonta Club Mannheim e.V., ging an „Face it“ von Selina Mondrowski, Lea Staron, Anna Cornelius. Ein Filmproduktions-Stipendium und Preisgeld, gestiftet vom Offenen Kanal Ludwigshafen, erhielt die aus der Ukraine geflüchtete Anastasia Chizhik für ihren Film „Meine Geschichte“.
Die Moderation der Preisverleihung übernahm Janina Klabes. Zwei prominente Schirmherrinnen haben sich GIRLS GO MOVIE zur Seite gestellt: Daniela Knapp, mehrfach ausgezeichneten Kamerafrau aus Berlin, sowie Daniela Kötz, Programmdirektorin des Festivals des Deutschen Films in Ludwigshafen.
Seit April 2022 wurden im Rahmen der GIRLS GO MOVIE Filmcoachings 47 Teilnehmerinnen in Filmprojekten an Schulen und Jugendeinrichtungen sowie in Feriencamps grundlegende Kenntnisse für die Umsetzung eines eigenen Films vermittelt und die entsprechende Technik zur Verfügung gestellt. Zudem wurden 13 fortgeschrittene Filmemacherinnen individuell von Mentorinnen bei der Produktion ihrer Kurzfilme begleitet. Bis zum 12. September hatten sie Gelegenheit, ihren Wettbewerbsbeitrag zu planen, umzusetzen und einzureichen. Auch freie Einreichungen waren willkommen. Insgesamt beteiligten sich mehr als 120 Filmbegeisterte an 57 Filmeinreichungen.
Hintergrund:
GIRLS GO MOVIE wird vom Stadtjugendring Mannheim e.V. – Jugendkulturzentrum forum und der Stadt Mannheim, Fachbereich Jugendamt und Gesundheitsamt, Abteilung Jugendförderung, veranstaltet.
Hauptfördernde sind die LFK, die Medienanstalt für Baden-Württemberg als Beitrag zur Initiative Kindermedienland, die SAP, die Stiftung Rheinland-Pfalz für Kultur, die Stiftung MedienKompetenz Forum Südwest (MKFS), das Kulturamt der Stadt Mannheim sowie die Filmförderung Baden-Württemberg (MfG).

Quelle: Stadt Mannheim

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