Zeitreise in die frühe Neuzeit

Kreisarchiv zeigt „Die Rhein-Neckar-Region in alten Landkarten“

Kupferstiche zur Kurpfalzeroberung 1622 als besonderer Blickfang

Öffentliche Vernissage zur Ausstellung am 22. November, 19 Uhr, im Kreisarchiv, Trajanstraße 66, in Ladenburg

Freunde historischer Landkarten und der Geschichte der Kurpfalz können sich freuen. Ab Dienstag, 22. November, präsentiert das Kreisarchiv des Rhein-Neckar-Kreises rund 70 historische Landkarten und Ansichten zur Rhein-Neckar-Region von Mitte des 16. Jahrhunderts bis Ende des 18. Jahrhunderts. Die in unterschiedlicher Technik und Stil ausgeführten Blätter stammen aus der „Sammlung Herbert Kempf“, mit dem das Kreisarchiv schon eine Reihe hervorragender Ausstellungen veranstaltet hat. Im Blick auf die vor genau 400 Jahren stattgefundene Eroberung der Kurpfalz im Dreißigjährigen Krieg dürften dieses Mal die Kupferstiche mit den Ansichten der strategisch wichtigen Städte Frankenthal, Mannheim und Heidelberg von besonderem Interesse sein. Mit der 1585 von Gerhard Mercator, dem bedeutendsten Kartographen der Renaissance, gestochenen, einer erstmals überhaupt nach Norden ausgerichteten Pfalzkarte, ist auch die Matrix für die folgenden kommerziell herausgegebenen Karten zu sehen. Zur Eröffnung der Ausstellung am 22. November, 19 Uhr, im Kreisarchiv, Trajanstraße 66, in Ladenburg sind alle Interessierten herzlich eingeladen; der Eintritt ist frei.

Landrat Stefan Dallinger, der die Gäste begrüßen wird, zeigte sich schon vorab beeindruckt: „Die Sammlung von Herbert Kempf hat eine ganz besondere Qualität, und dass wir mit ihm einen so umfassenden Einblick in mehr als 250 Jahre Kartographiegeschichte des deutschen Südwestens geben können, einfach grandios.“ Tatsächlich findet man Bestände wie die von Herbert Kempf dem Kreisarchiv überlassene Kartensammlung heute höchstens in den Kartenabteilungen großer Landesarchive oder großer Universitäts- und Landesbibliotheken. Die Ausstellung zeigt, wie sich das Bild der Region nach und nach immer mehr verfeinert hat. Von Sebastian Münster über das kartographische Pionierwerk Mercators, der als Erster eine Gradnetzeinteilung verwendete, und das „Goldene Zeitalter der Kartographie“ mit Karten aus den holländischen und später den Nürnberger und Augsburger Verlegerfamilien sowie auf den deutschen Markt drängenden französischen Kartographen reicht das breite Spektrum. Auch was es mit dem sprichwörtlichen Abkupfern geschäftstüchtiger Verleger und Kupferstecher auf sich hat, lässt sich in der Ausstellung gut nachvollziehen.

Die Originalkarten sowie einige Nachdrucke wie Martin Waldseemüllers Oberrheinkarte aus dem Jahr 1513 spiegeln die ganze Vielgestaltigkeit der früheren Gebiete der Metropolregion Rhein-Neckar wider und sind oft in der Schönheit der Darstellungen wirkliche Kunstwerke. Sie verführen so zu einer Zeitreise zu den historischen Wurzeln und den territorialen Besonderheiten der Rhein-Neckar-Region. Was heute die Europäische Metropolregion in drei Bundesländern umfasst, gehörte früher zu den ehemaligen Territorien der Kurpfalz, des Erzstifts Mainz, der Hochstifte Speyer und Worms oder der Landgrafschaft Hessen-Darmstadt.

Quelle: Landratsamt RNK

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