Baden-Württemberg: Treibhausgas-Emissionen 2017 auf Vorjahresniveau

Aber: Deutliche Emissionsrückgänge bei der Stromerzeugung und in der Landwirtschaft

Im Jahr 2017 war in Baden-Württemberg erneut kein signifikanter Rückgang der Treibhausgas-Emissionen zu verzeichnen. Die Zunahme der Klimagasemissionen hat sich 2017 jedoch verlangsamt. Nach vorläufigen Berechnungen des Statistischen Landesamtes lagen die Treibhausgas-Emissionen (Kohlendioxid (CO2), Methan und Lachgas) in Baden-Württemberg im Jahr 2017 bei rund 78,7 Millionen (Mill). Tonnen (t) und bewegten sich damit etwa auf Vorjahresniveau. Dagegen sind zwischen 2015 und 2016 die Treibhausgas-Emissionen im Schnitt um 2,5 % gestiegen.1 Bis jetzt konnten in Baden-Württemberg gegenüber 1990 10,4 Mill. t CO2-Äquivalente (−11,6 %) reduziert werden. Um die von der Landesregierung Baden-Württemberg beschlossene Treibhausgasminderung bis 2020 (−25 % gegenüber 1990) zu erreichen, müssten noch weitere 11,9 Mill. t eingespart werden.

Kohlendioxid ist mengenmäßig das bedeutendste Treibhausgas. In Baden-Württemberg entfielen 2017 ca. 91,3 % der gesamten Treibhausgase auf Kohlendioxid, 5,5 % auf Methan und rund 3,2 % auf Lachgas. Gegenüber dem Vorjahr stiegen die Emissionen von Kohlendioxid um ca. 0,3 % an. Die Emissionen von Methan sanken um 1,1 %, Lachgas um 4,1 %.

Verkehr: Mit rund 30 % machen die Verkehrsemissionen auch im Jahr 2017 mit Abstand den Großteil der Treibhausgas-Emissionen aus. Der Treibhausgasausstoß im Verkehrssektor ist allerdings weniger stark gestiegen als die Jahre zuvor. Gegenüber dem Vorjahr haben die verkehrsbedingten Emissionen nur geringfügig (+0,3 %) zugenommen. Während die Emissionen des Personenverkehrs (Pkw, Busse, Krafträder) um 1,2 % abnahmen, stiegen die Treibhausgase des Güterverkehrs um 3,3 % an. Die gute Konjunkturlage führte auch 2017 zu mehr Gütertransporten.

Energiewirtschaft/Industrie: Im Jahr 2017 lag der Ausstoß für die Strom- und Wärmeerzeugung bei insgesamt 18,3 Mill. CO2-Äquivalenten und damit 1,5 % niedriger als 2016. Erstmals seit 3 Jahren gingen die Emissionen des Stromsektors im Jahr 2017 spürbar zurück. Die Abnahme der Steinkohleverstromung und die Zunahme der erneuerbaren Energien2 haben die Treibhausgas-Emissionen aus der Stromerzeugung um 5,5 % reduziert. Mittlerweile wurden 27 % des Bruttostroms in Baden-Württemberg aus erneuerbaren Energiequellen erzeugt. Die anhaltend gute Auftragslage im produzierenden Gewerbe, insbesondere in der Baustoffindustrie, ließen die Emissionen der Industrie gegenüber 2016 um 1,3 % auf 10,1 Mill. t CO2-Äquivalente ansteigen.

Haushalte/GHD: Der Sektor Haushalte und Gewerbe, Handel, Dienstleistungen und übrige Verbraucher (GHD) verursachten 2017 ca. 22 % der Treibhausgas-Emissionen in Baden-Württemberg. Im Vergleich zum Vorjahr haben die Treibhausgas-Emissionen in diesem Sektor um ca. 1,7 % zugenommen.

Nach langer Stagnationsphase gingen die landwirtschaftlichen Emissionen im Jahr 2017 um ca. 3 % zurück. Grund dafür war vor allem ein deutlicher Rückgang der Lachgasemissionen durch die reduzierte Stickstoffdüngung.

Die positive Emissionsentwicklung im Sektor Abfallwirtschaft/Abwasser hat sich auch im Jahr 2017 fortgesetzt. Die Treibhausgase, vor allem Methanemissionen, haben gegenüber dem Vorjahr um 4 % abgenommen. Zwischen 1990 und 2017 sanken die Emissionen des Abfallsektors in Baden-Württemberg sogar um 78 %. Die Umsetzung der Abfallablagerungsverordnung sowie verschiedene technische Maßnahmen wie zum Beispiel die Oberflächenabdichtung von Deponien und die effiziente Deponiegaserfassung haben die Treibhausgase der Abfallwirtschaft erheblich reduziert.

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