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Ein lebendiger Ort der Erinnerung: Mannheimer Gastarbeiter*innen erzählen ihre Geschichte

9. März 2022 | Leitartikel, Mannheim

Mannheim ist eine Einwanderungsstadt und ihre Stadtgesellschaft ist von Migration geprägt. An die Geschichten der Eingewanderten und ihrer Familien wird bisher allerdings in Mannheim noch wenig erinnert. Die Beschäftigung mit und die Anerkennung von Migrationsgeschichte(n) ist für die Gesellschaft insgesamt aber von großer Bedeutung.

Deshalb entsteht jetzt in Mannheim ein Erinnerungs- und Würdigungsort für Mannheimer ‚Gastarbeiter*innen‘, der zur Auseinandersetzung mit der Geschichte und den Geschichten von „Gastarbeiter*innen“ und ihren Familien einlädt. Der Hauptausschuss hat im Rahmen seiner gestrigen Sitzung (08.03.2022) das vorgelegte Umsetzungskonzept begrüßt und eine Förderung der inhaltlichen Ausgestaltung beschlossen.

„An die Geschichte der Eingewanderten wird bisher wenig erinnert“ betont Lena Werner, Projektkoordinatorin im Team des Integrationsbeauftragten der Stadt Mannheim. „Die Erinnerung findet nun einen öffentlichen Raum und damit auch sichtbare Anerkennung.“

„Wir freuen uns, dass endlich in Mannheim ein solcher Erinnerungsort für ‚Gastarbeiter*innen‘ und ihre Familien entsteht. Eine Anerkennung ihrer Lebensleistung aber auch das Eingestehen ihrer Leiden. “ betont Zahra Alibabanezhad Salem, Vorsitzende des Migrationsbeirates. „Das Denkmal ist der Anfang, diese Zeit aufzuarbeiten. Die Gastarbeiter*innen haben Mannheim mit aufgebaut und das sollte nie in Vergessenheit geraten. „

Erinnerungsort wird Teil von BUGA und Grünzug

Der Erinnerungsort wird kein Denkmal im klassischen Sinne sein. In Zusammenarbeit mit der BUGA gGmbH konnte ein geeigneter Standort im Rahmen der BUGA 2023 gefunden werden. Durch eine Überführung in den Grünzug Nordost, bleibt der Erinnerungsort dauerhaft bestehen. Er wird aus einem Ensemble aus Kiefern verschiedener Arten bestehen, die symbolisch für die ehemaligen Anwerbeländer stehen. Als verbindende Elemente ergänzen Gräser- und Heckenbänder, Flächen aus Naturstein und Bänke den Erinnerungsort. Innerhalb dieses Ensembles wird es verschiedene Möglichkeiten geben, sich mit der Geschichte der Gastarbeitermigration auseinanderzusetzen. Zeitzeug*innen werden ihre Erlebnisse, ihre Erfahrungen und ihre Sicht darauf selber erzählen können. Über vor Ort platzierte QR-Codes können die Besucher*innen so die Geschichten von Mannheimer „Gastarbeiter*innen“ anhören.

Quelle: Stadt Mannheim

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