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Gesundheitsamt: Fachtag zum Thema Medien unter dem Motto „Schule im digitalen Zeitalter – Beratung und Prävention“ stößt auf riesiges Interesse

13. Dezember 2019 | Gesellschaft, Leitartikel, Metropolregion

„Junge Menschen haben heutzutage jederzeit Zugang zu Medien jeglicher Art. Das ist natürlich verlockend, birgt aber auch das Risiko, in Parallelwelten abzudriften.“ Mit diesen Worten begrüßte Dr. Rainer Schwertz, Leiter des Gesundheitsamtes im Rhein-Neckar-Kreis, welches auch für die Stadt Heidelberg zuständig ist, die über 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer des „Fachtags Medien“, zu dem sein Amt vor allem Akteure aus dem Schulleben eingeladen hatte.

 

„Die meisten Schulen haben Informations- und Unterstützungsbedarf beim Thema Medien. Diesem Bedarf möchten wir gerne entgegenkommen“, erklärte die Kommunale Suchtbeauftragte des Rhein-Neckar-Kreises, Christine Köhl, warum der Fachtag unter dem Motto „Schule im digitalen Zeitalter – Beratung und Prävention“ stand. Die Lehrkräfte sowie die Schulsozialarbeiterinnen und Schulsozialarbeiter brauchten ihr Kommen nicht zu bereuen, denn nach einem Impulsvortrag standen den ganzen Vormittag über zahlreiche Experten zur Verfügung, die sowohl praktische Tipps gaben als auch interessante Präventionsprogramme vorstellten.

 

Zunächst führte Dr. Tagrid Leménager vom Zentralinstitut für psychische Gesundheit (ZI) in Mannheim mit einem lebendigen Vortrag ins Thema Medien und Suchtverhalten ein. Die Suchtfaktoren im Netz sind demnach die schnellen Belohnungen, die in sozialen Netzwerken in Form von Likes beziehungsweise bei Online-Spielen durch den Aufstieg in höhere Level winkten. Aus dem Forschungsalltag berichtete Leménager, die Arbeitsgruppenleiterin an der Klinik für Abhängiges Verhalten und Suchtmedizin des ZI ist, dass man von einer Internet-Spielsucht spreche, wenn fünf von neun Kriterien erfüllt seien. Symptome seien unter anderem eine andauernde Beschäftigung mit Internet- bzw. Online-Spielen und erfolglose Versuche, die Teilnahme an Online-Spielen zu beenden. Letztlich, so die Expertin, sei die Onlinesucht der substanzabhängigen Sucht in einer Hinsicht sehr ähnlich: „Ich gewöhne mich an ein Verhalten, obwohl ich die negativen Auswirkungen eigentlich kenne.“ Dazu zählen etwa die Gefährdung oder der Verlust von Freundschaften und Arbeits- oder Ausbildungsplatz.

 

Nach Leménagers sehr interessantem Vortrag, für den sie viel Applaus erntete, wurden Beratungsangebote für die Schulen vorgestellt. So waren zum Beispiel auch die Polizeidirektion Mannheim und das Landesnetzwerk für Medienpädagogik vertreten. Dr. Eva Vonderlin stellte die Spezialsprechstunde für Internet- und Computerspielsucht am Zentrum für Psychologische Psychotherapie Heidelberg vor. „Nun weiß ich, an wen ich mich bei Cybermobbing wenden kann, oder wenn ich Schüler habe, die die schon abhängig von Computerspielen sind“, war eine Lehrerin begeistert über diese neuen Kontakte.  Von großem Interesse für die Teilnehmenden des Fachtags waren außerdem die Präventionsprogramme für Schulen zum Thema Medien. So werden die Schulen etwa beim Programm „PROTECT“ zur Prävention von Computerspiel- und Internetabhängigkeit nicht alleine gelassen, sondern dauerhaft von Fachkräften der  Pädagogischen Hochschule Heidelberg begleitet, während die Hopp Foundation die finanzielle Unterstützung übernimmt.

 

Zum Abschluss des Fachtages gab es noch je einen 750-Euro-Gutschein für einen Besuch im Kletterpark zu gewinnen. Zu den glücklichen Gewinnern zählten diese Schulen: Dr. Weiss-Schule in Eberbach, Elsenztalschule in Bammental, Friedrich-Ebert-Werkrealschule in Sandhausen, Stauffenbergschule in Heidelberg-Pfaffengrund und Ehrhart-Schott-Schule in Schwetzingen. „Bewegung, speziell Klettern, hat ein großes präventives Potential“, erklärt die Kommunale Suchtbeauftragte Christine Köhl: „Wir wollen den Schülern eine Alternative zum Dauer-Medienkonsum bieten – auch in Zeiten der Digitalisierung ist  die Realität immer noch spannender!“

 

Informationen zur Veranstaltung und den Angeboten gibt es bei Christine Köhl, E-Mail christine.koehl@rhein-neckar-Kreis.de.

 

Bildhinweise: Quelle: Landratsamt Rhein-Neckar-Kreis, Veröffentlichung im Kontext dieser PM kostenfrei

 

Referentin Dr. Tagrid Leménager vom Zentralinstitut für psychische Gesundheit in Mannheim, Symbolbilder

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