67 Prozent der arbeitslosen Jugendlichen in Mannheim ohne Berufsabschluss
IG BAU verweist auf 429 freie Ausbildungsplätze und ermutigt junge Menschen zum Ausbildungsstart
Für Jugendliche und junge Erwachsene, die noch keinen Ausbildungsplatz gefunden haben, gibt es in Mannheim weiterhin Chancen: Nach Angaben der Arbeitsagentur sind aktuell 429 Ausbildungsplätze in der Stadt unbesetzt. Darunter befinden sich 23 Stellen im Baugewerbe sowie elf Ausbildungsplätze für Maler und Lackierer.
Darauf weist die IG Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) Nordbaden hin. Besonders angesprochen werden junge Menschen ohne Berufsabschluss. Nach Angaben der Arbeitsagentur haben 67 Prozent der Arbeitslosen unter 25 Jahren in Mannheim keinen Berufsabschluss.
„Wichtig ist, sich einen Ruck zu geben und jetzt einen Ausbildungsbetrieb zu suchen“, sagt Wolfgang Kreis, Vorsitzender der IG BAU Nordbaden. Eine abgeschlossene Berufsausbildung verbessere die beruflichen Perspektiven und führe in der Regel auch zu einer besseren Bezahlung. Kreis appelliert deshalb an junge Menschen ohne Ausbildung, sich noch einmal auf dem Ausbildungsmarkt umzusehen.
Auch ein später Einstieg sei noch möglich: Zwar beginnen die meisten Ausbildungen im August und September, nach Einschätzung der Gewerkschaft stellen Betriebe teilweise auch im Oktober noch Auszubildende ein.
Bundesweit ist die Zahl junger Menschen ohne Berufsabschluss ebenfalls hoch. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes leben in Baden-Württemberg rund 333.000 Menschen zwischen 20 und 34 Jahren, die weder eine abgeschlossene Berufsausbildung noch einen Ausbildungsplatz haben.
Beratung kann den Einstieg erleichtern
Die IG BAU empfiehlt Jugendlichen, die noch auf der Suche sind, professionelle Berufsberatung in Anspruch zu nehmen. Orientierung bietet unter anderem die Jugendberufsagentur. Auch die Arbeitsagentur berät vor Ort und digital.
Jugendberufsagentur
Bundesagentur für Arbeit – Bildung und Ausbildung
Gleichzeitig ermutigt die Gewerkschaft dazu, direkt auf Ausbildungsbetriebe zuzugehen. Eine persönliche Nachfrage könne nicht nur zu einem Ausbildungsplatz, sondern zunächst auch zu einem Praktikum führen.
Bei der Wahl des Ausbildungsbetriebs sollten neben dem gewünschten Beruf auch die Qualität der Ausbildung, die Bezahlung und die beruflichen Perspektiven nach dem Abschluss berücksichtigt werden. Die IG BAU empfiehlt insbesondere Unternehmen, die fair ausbilden und nach Tarif bezahlen.
Foto: IG BAU | Florian Göricke










