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Interview mit Schauspieler Luc Feit, der am 18. November in „Schtonk“ auf der Weinheimer Theaterbühne steht – Es gibt noch Karten

12. November 2021 | Freizeit, Gesellschaft, Leitartikel, Weinheim

„Aktueller als es einem lieb sein kann“

Weinheim. Er ist einer der markantesten Typen der aktuellen deutschen Schauspielerei. Man kennt den 59-jährigen in Luxemburg geborenen Darsteller Luc Feit aus einigen Tatort-Paraderollen und zum Beispiel aus der Kult-Historie „Babylon Berlin“. Am Donnerstag, 18. November steht Feit für „Weinheim macht Theater“ auf der Bühne der Weinheimer Stadthalle. In „Schtonk“, der Geschichte der gefälschten Hitler-Tagebücher, spielt er den größenwahnsinnigen Skandalreporter Hermann Willié, der sich von nationalsozialistischen Gedanken faszinieren lässt. Im Vorfeld seines Weinheimer Auftritts haben wir ein Interview mit dem Schauspieler geführt.

 

Herr Feit, Sie spielen in „Schtonk“ den zum Größenwahnsinn neigenden Reporter Hermann Willié, der an der Fälschung der Hitler-Tagebücher zumindest beteiligt ist. Was reizt Sie an dieser Rolle?

Größenwahnsinn ist, zumindest auf der Bühne, ja immer eine spannende Herausforderung!

 

Der Stoff ist etwa 40 Jahre alt, der Film, der dem Stück zu Grunde liegt, ebenfalls schon fast 30. Es geht um die Glaubwürdigkeit der Medien – wie aktuell ist das Thema heute?

Leider viel aktueller als es einem lieb sein kann. Fake news, alternative Fakten und so weiter, die Gier, Schlagzeilen zu produzieren, ohne Rücksicht auf Wahrheit, hält ja unvermindert an, auch in Deutschland.

 

Hermann Willié ist fasziniert von der Nazi-Zeit und besonders von Hermann Göring. Wie schwierig ist die Gratwanderung, für einen Nazi und Kriegsverbrecher zu schwärmen. Und wie anspruchsvoll ist es, hier keinen Zweifel an Satire aufkommen zu lassen.

Die Satire ist in diesem Stück zweifelsfrei ab der ersten Sekunde gesetzt, da muss ich mir wenig Mühe geben.

 

Das Theaterstück „Schtonk“ bringt Bilder auf die Bühne, die vorher in einen ganzen Film hineingepasst haben. Zum Beispiel die Yacht im Hamburger Hafen. Wie kann eine solche Bühneninszenierung gelingen, was gefällt Ihnen persönlich daran?

Der Live-Faktor von Theater ist auch dessen große Faszination und dass gefällt mir an Theater, deswegen stehe ich immer wieder gerne auf der Bühne!

 

Sie sind sehr oft in Tatort-Produktionen im Fernsehen zu sehen, was fasziniert Sie daran?

Was man auf der Bühne über die Rampe schleudern muss, kann man im Film unterspielen, da reicht manchmal ein Gedanke, ein Blick, ein verinnerlichter Zustand.

 

Es heißt, die klassischen Fernsehformate (wie Tatort) leiden sehr unter den Internet-TV-Angeboten von Netflix und anderen. Wie sehen Sie die Zukunft solcher Serien?

Die klassischen Formate sollten der Konkurrenz mit Qualität entgegentreten und freudvoll mitmischen.

 

Und wo steht das Live-Theater in diesem Konkurrenzkampf der Medien?

Solange die Gesellschaft bereit ist, in Kultur und Bildung zu investieren, wird es immer auch Theater geben. Und wenn es dafür keine Bereitschaft mehr gibt, gibt es auch keine lebenswerte Gesellschaft mehr und wir können den Deckel schließen.

Info: „Schtonk“ ist am 18. November bei „Weinheim macht Theater“ auf der Bühne der Weinheimer Stadthalle zu sehen (20 Uhr, Einlass 19 Uhr), in den Hauptrollen Luc Feit (als Reporter) und Carsten Klemm (als Fälscher).
Karten für dieses Vorstellung und alle Veranstaltungen von „Weinheim macht Theater“ und der Kammermusik gibt es auf www.reservix.de und an den bekannten Vorverkaufsstellen, Fragen beantwortet Martin Grieb, Kulturbüro der Stadt Weinheim, Telefon 06201 / 82-204 oder m.grieb@weinheim.de. Es gelten die an diesem Datum aktuellen Corona-Vorgaben.

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