„Jüdisch-Muslimische Kulturtage Heidelberg präsentieren …“

… mit zwei Diskussionsformaten alte und neue Perspektiven auf Kulturinstitutionen als Orte rassismuskritischer Auseinandersetzung

 

Heidelberg, 30.10.20

Unter dem Motto „Neue Normalitäten“ schaffen die Jüdisch-Muslimischen Kulturtage Heidelberg, kurz JMKT, seit 2017 regelmäßig eine Plattform für jüdische und muslimische Perspektiven der Gegenwart auf gesellschaftliches Miteinander. Hierbei geht es vor allem um die Selbstverständlichkeiten eines jüdisch-muslimischen Zusammenlebens in Deutschland, welches über Formate der Kunst und Kultur erfahrbar und diskutierbar gemacht werden soll. Die JMKT wollen diese in all ihrer Vielfalt abbilden. Sie fordern eine kritische Auseinandersetzung, sowohl mit innermuslimischen sowie -jüdischen, als auch mit gesamtgesellschaftlichen Positionen.

 

Im Rahmen des von Max Czollek kuratierten, dezentralen Kongresses „Tage der jüdisch-muslimischen Leitkultur“ veranstalten die JMKT am 2. November um 19.00 Uhr die Online-Podiumsdiskussion „Spiegel der Gesellschaft – Kulturinstitutionen als Orte der rassismuskritischen Auseinandersetzung?!“ mit kulturschaffenden (Black) People of Colour aus der jüdischen und muslimischen Community. Fatima Moumouni (Poetin), Rebecca Ajnwojner (Dramaturgin am Maxim Gorki Theater), Ilhan Kaan (Rapper und Poet) und Achim Waseem Seger (DJ und Poet bei i,Slam) setzen sich in einem moderierten Gespräch mit der Rolle von Kulturinstitutionen als gesellschaftskritischem Reflexionsraum auseinander. Dabei wird es sowohl darum gehen, wie Institutionen der Kunst und Kultur selbst Orte der Reproduktion von Rassismus werden, als auch darum, wie die Potenziale der Bühne als Ort des Empowerments nutzbar gemacht werden können. Begleitet wird das Programm durch künstlerische Interventionen der geladenen Referent*innen. Moderiert wird die Veranstaltung von Judith Blumberg (Badisches Staatstheater Karlsruhe) im Rahmen einer Online-Veranstaltung über Zoom.

 

Am 15. November von 15.00-21.00 Uhr folgt ein Themenabend im Onlineformat unter dem Titel „Joseph Süß Oppenheimer alias ,Jud Süß‘: neue jüdische und muslimische Sichtweisen auf eine antisemitisch verzerrte Figur“. Rabbinerin Prof. Dr. Birgit E. Klein, Hella Schröder-Senck (Hochschule für Jüdische Studien Heidelberg) und Dr. Patrick Brooks (Muslimische Akademie Heidelberg i. G.) stellen das Leben und Wirken des im 18. Jahrhundert in Württemberg lebenden Beraters und Hoffaktors des Erzherzogs vor. Anhand des jüdischen Widerstandfilms „Jew Süss“ (1934) und des gleichnamigen Propagandafilms „Jud Süß“ (1940) als nationalsozialistische Antwort darauf klären die Gäste über die historische Figur Joseph Süß Oppenheimer auf, diskutieren über unterschiedliche Rezeptionsweisen der beiden Filme und zeigen, wie Judenfeindlichkeit anhand der Persönlichkeit Joseph Süß Oppenheimer bedient wurde. Im Anschluss daran wird in einer jüdisch-muslimischen Perspektive veranschaulicht, welche Stereotype heute noch fortleben und welche Bedeutung sie für unser gesamtgesellschaftliches Miteinander in der Gegenwart haben.

 

Beide Veranstaltungen werden ausschließlich online stattfinden. Die Zugangslinks hierfür und weitere Informationen sind unter www.jmkt.de abrufbar. Eine Anmeldung ist nicht notwendig.

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