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Kommunen, Kirchen und BWKG warnen eindringlich vor Klinikinsolvenzen und deren bislang unterschätzten Folgekosten

15. September 2026 | Allgemeines, Das Neueste, Politik, Schwetzingen

„Kliniken zu stützen, statt es zu Insolvenzen kommen zu lassen, ist die auch für den Steuerzahler günstigste Lösung“

Die wirtschaftliche Lage der Krankenhäuser in Baden-Württemberg ist verheerend. Die Klinikdefizite werden von in diesem Jahr bereits 880 Millionen Euro auf 1,6 Milliarden Euro in 2027 hochschnellen. Die Gefahr von Klinikinsolvenzen nimmt damit massiv zu. Speziell für Krankenhäuser in kommunaler und kirchlicher Trägerschaft ergibt sich im Insolvenzfall regelmäßig eine Problematik, die bisher nicht ausreichend berücksichtigt wurde: Bei Insolvenzeröffnung endet typischerweise die Mitgliedschaft kommunaler und konfessioneller Krankenhäuser in der Zusatzversorgungskasse. Über die Zusatzversorgungskasse sind die Betriebsrenten der Mitarbeitenden abgesichert. Diese kann dann satzungsgemäß gar nicht anders, als von den kommunalen oder kirchlichen Krankenhausträgern einen Ausgleichsbetrag für die garantierten aktuellen und künftigen Betriebsrentenansprüche der Krankenhausmitarbeitenden zu fordern. Wegen des großen Personalkörpers von Kliniken erreicht ein solcher Ausgleichsbetrag zwangsläufig beachtliche Millionensummen. Auf ganz Baden-Württemberg gesehen dürfte sich eine Summe von vielen Milliarden Euro ergeben. Sowohl kommunale als auch kirchliche Krankenhausträger wären in diesem Fall finanziell komplett überfordert und die Folgen desaströs. Kommunen beispielsweise könnten die Ausgleichsleistungen für die Zusatzversorgungskasse nicht über Kredite refinanzieren, sondern müssten sie aus dem laufenden Haushalt erwirtschaften. Dadurch würde der Druck auf die kommunale Daseinsvorsorge massiv steigen.

Vor diesem Hintergrund appellieren Dr. Achim Brötel, Präsident des Landkreistags Baden-Württemberg, Dr. Frank Mentrup, Präsident des Städtetags Baden-Württemberg, Steffen Jäger, Präsident des Gemeindetags Baden-Württemberg, Heiner Scheffold, Vorstandsvorsitzender der Baden-Württembergischen Krankenhausgesellschaft, Stefan Werner, Direktor der Evangelischen Landeskirche Württemberg, Dr. Clemens Stroppel, Generalvikar der Diözese Rottenburg Stuttgart, Christoph Neubrand, Generalvikar der Erzdiözese Freiburg sowie Martin Wollinksky, Oberkirchenrat der Evangelischen Landeskirche Baden, gemeinsam an die Landespolitik: „Lassen Sie es nicht zum Äußersten kommen. Weitere Krankenhausinsolvenzen müssen unbedingt verhindert werden – auch um Kommunen und Kirchen vor dem Fallbeil einer ruinösen Gewährträgerhaftung für die Zusatzversorgungsansprüche von Klinikmitarbeitenden zu schützen. Es braucht daher dringend ein Krankenhaus-Nothilfeprogramm. Die Kliniken zu stützen, statt es zu Insolvenzen kommen zu lassen, ist am Ende des Tages auch die für den Steuerzahler bei Weitem günstigste Lösung.“

Zumeldung der Sprengelkommunen:

„Der Oberbürgermeister und die Bürgermeister des Sprengels Schwetzingen – Dr. Ralf Göck (Brühl), Timo Wangler (Ketsch), Nils Drescher (Plankstadt), Pascal Seidel (Oftersheim), Matthias Kutsch (Eppelheim) und Matthias Steffan (Schwetzingen) – sind sich einig: Kliniken vor Ort sind ein wesentlicher Bestandteil der medizinischen Versorgung in unserer Gemeinschaft. Dies wurde durch die kürzlichen Gespräche mit dem Ärztenetz Schwetzingen e. V. sowie den Kampf um den Erhalt der Notfall- und Bereitschaftspraxis der Kassenärztlichen Vereinigung im GRN-Krankenhaus Schwetzingen erneut verdeutlicht. Auch die finanzielle Unterstützung der Geburtenkampagne durch die Stadt Schwetzingen – die aktuell in allen Gemeinden des Sprengels und darüber hinaus zu sehen ist – zeigt, wie wichtig es ist, die Versorgung in diesem Bereich zu stärken und eine exzellente GRN-Geburtenstation zu erhalten. Es ist notwendig, gemeinsam Lösungen zu finden, um die medizinische Versorgung vor Ort nachhaltig zu sichern und unsere Bürgerinnen und Bürger bestmöglich zu unterstützen.“

Quelle: Stadtverwaltung Schwetzingen

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