Gelbe Tonne statt Gelber Sack – Besser für die Umwelt und das Stadtbild

Symbolfoto: Rhein-Neckar-Aktuell

Umstellung bei der Abfallsammlung: Verkaufsverpackungen aus Kunststoff, Verbundmaterial, Weißblech und Aluminium (LVP) werden ab 1. Januar 2021 in Ludwigshafen in der Gelben Tonne gesammelt. Die Gelbe Tonne ersetzt dann den bisher genutzten Gelben Sack. Diesen gibt es künftig nur noch in den Stadtteilen Mitte und in Straßen des Stadtteils Nord/Hemshof, wo der Müll im Vollservice abgefahren wird. Bei den Gelben Säcken wird zukünftig die Wandstärke erhöht und so die Reißfestigkeit verbessert.

Eine Änderung des deutschen Verpackungsgesetzes zum
1. Januar 2019 machte es Kommunen möglich, die Sammelgefäße, unter anderem für Leichtverpackungsabfall im vom Verpackungsgesetz gesteckten Rahmen, mitbestimmen zu können. Daher hat der Stadtrat am 9. März 2020 die Umstellung vom Gelbem Sack zur Gelben Tonne für die Stadt Ludwigshafen beschlossen. Der Wirtschaftsbetrieb Ludwigshafen (WBL) setzt dies nun um.

Vorteil Tonne: stabiler und nachhaltiger

Wie Peter Nebel, Leiter des Wirtschaftsbetriebes Ludwigshafen (WBL) in einem Pressegespräch am Freitag, 28. August 2020, erläuterte, hat die Gelbe Tonne gegenüber dem Gelben Sack eine Reihe von Vorteilen. „Sie hält Witterungen besser stand, sodass keine Gelben Säcke mehr auf die Straße geweht werden und zu einer Gefahr für die Verkehrsteilnehmer*innen werden können. Der Inhalt aufgeplatzter Säcke verschmutzte Straßen und Plätze. Durch das Aufstellen von stabilen Gelben Tonnen wird sich das Stadtbild beträchtlich verbessern. Darüber hinaus

 

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schützt die Gelbe Tonne den Inhalt besser vor Tierfraß durch Vögel oder Ratten“, so Nebel. Auch unter Nachhaltigkeitsaspekten sei die Tonne dem Sack überlegen, da sie mehrfach verwendet werde. Er verdeutlichte, dass rund 2,7 Millionen Plastiksäcke jährlich eingespart werden. Ebenso würden jährlich 25.000 Lkw-Kilometer sowie die Seetransporte für die Einfuhr der Gelben Säcke aus Übersee nach Ludwigshafen wegfallen, was zusätzlich eine ansehnliche Kohlendioxid-Einsparung mit sich bringe.

 

Die Gelbe Tonne wird den Bürger*innen kostenlos zur Verfügung gestellt und geliefert. Wie schon beim Gelben Sack wird das Sammeln und Verwerten von Verkaufsverpackungen über den Einkaufspreis der verpackten Produkte (Lizenzentgelte) finanziert. Zusätzliche Gebühren fallen dadurch nicht an, es ändert sich also nichts. Für die Sammlung und Entsorgung von Leichtverpackungen bezahlen Verbraucher*innen indirekt an der Ladenkasse bereits über die Warenpreise. Somit finanziert sich die Entsorgung nicht über die Abfallgebühren.

Für jedes Grundstück eine Tonne

Die Gelben Tonnen gibt es in den Größen 120, 240 und neu mit 360 Litern mit zwei Rädern sowie in den Größen 770 und 1.100 Litern mit vier Rädern. Bei Einfamilienhäusern werden überwiegend die 120- oder 240-Liter-Tonnen, bei Mehrfamilienhäusern die größeren Gelben Tonnen verteilt. Die Lieferung der Tonnen erfolgt automatisch und wird bis Ende Dezember 2020 abgeschlossen sein. Für jedes Grundstück wird eine passende Gelbe Tonne bereitgestellt und das Fassungsvermögen orientiert sich an den bereits vorhandenen

 

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Abfallbehältern. Die Gefäße werden den jeweiligen Grundstücken über ein aufgebrachtes Adress-Etikett eindeutig zugeordnet.

Ein Mischsystem, also Tonnen- und Sacksammlung parallel, ist bislang nicht möglich. Der WBL bietet ab November dieses Jahres kleine Vorsortiergefäße mit circa 10-Liter-Fassungsvermögen zum Selbstkostenpreis an, damit der Verpackungsabfall möglichst lose – und einfach gesammelt in die Gelbe Tonne geworfen werden kann, um Volumen zu sparen. Gelegentlich anfallende größere Mengen an Verpackungsabfall können kostenfrei auf den Wertstoffhöfen abgegeben werden. Wichtig hierbei ist, dass ein Behältnis genutzt wird, bei dem die Mitarbeiter*innen auf dem Wertstoffhof direkt den Inhalt erkennen und zuordnen können.

Wer die Tonnen stellt und leert, ist über ein von den Dualen Systemen gesteuertes Vergabeverfahren geregelt. Es liegt nicht in der Hand der Stadt Ludwigshafen und des WBL, sondern ist privatwirtschaftlich organisiert. Für die Jahre 2021 bis 2024 erhielt das Unternehmen Knettenbrech+Gurdulic aus Mannheim den Zuschlag durch die Dualen Systeme. Es löst damit ab dem kommenden Jahr den Bereich Entsorgungsbetrieb und Verkehrstechnik des Wirtschaftsbetriebes Ludwigshafen (WBL) bei der Sammlung für Leichtverpackungen in Ludwigshafen ab. „Den Rest-, Bio-, Sperr- und Papierabfall werden wir weiterhin zuverlässig entsorgen“, unterstreicht Nebel. Für die Bürger*innen ändert sich – bis auf das neue Sammelgefäß – nichts. Alle Verkaufsverpackungen, die bislang in den Gelben Sack gehörten, wandern dann in die Gelbe Tonne. Das Leerungsintervall von 14 Tagen bleibt weiterhin bestehen. Die genauen Termine sind im Abfall- und Wertstoffkalender oder der Abfall-App zu finden.

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Die Coupons für die Gelben Säcke für die Bewohner*innen des Stadtteils Mitte und der betroffenen Straßen in Nord/Hemshof werden wie bisher mit dem Abfallkalender verteilt. Die Ausgabestellen hierfür werden durch den neuen Auftragnehmer rechtzeitig bekanntgegeben.

Informationsportal, Gelber Draht und Online-Dialog

Informationen rund um das neue Sammelgefäß und ein ausführliches FAQ gibt es auf der Plattform www.ludwigshafen-diskutiert.de. Hier stellt sich der WBL vom 2. bis 16. November 2020 online und direkt den Fragen der Bürger*innen.

Für Auskünfte zur Einführung der Gelben Tonne bietet der WBL außerdem ab 1. September 2020 von montags bis freitags von 7.30 bis 17 Uhr, donnerstags bis 18 Uhr, den Bürger*innen unter der Telefonnummer 0621 504-4747 den „Gelben Draht“ an. Schriftliche Fragen können über die E-Mail gelbetonne@ludwigshafen.de gestellt werden.

Darüber hinaus bietet die Abfallberatung unter der Telefonnummer 0621 504-3455 professionellen Rat zu allen Fragen rund um die richtige Entsorgung.

Hintergrund: Duale Systeme

Das Einsammeln und Verwerten von gebrauchten Verkaufsverpackungen aus privaten Haushalten ist im Gegensatz zu den anderen Haushaltsabfällen privatwirtschaftlich geregelt. Derzeit gibt es neun Duale Systeme (DS) in Deutschland, die für die Sammlung und Verwertung von Verpackungen Lizenzentgelte erheben. Die Sammlung, der Transport und die Sortierung der Verpackungsabfälle werden indes nicht durch die DS selbst durchgeführt. Vielmehr beauftragen die DS für diese

 

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Aufgabe andere Entsorgungsunternehmen. Die Beauftragung erfolgt dabei alle drei Jahre im Rahmen einer Ausschreibung neu. Die DS sind dabei nicht an die Vorschriften des öffentlichen Vergaberechts gebunden, sondern legen privatwirtschaftliche, eigene Kriterien an.

 

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