Reiss-Engelhorn-Museen ziehen positive Bilanz und blicken auf 2026
Die Reiss-Engelhorn-Museen Mannheim (rem) blicken auf ein erfolgreiches Ausstellungsjahr 2025 zurück. Insgesamt 252.229 Besucher nutzten die vielfältigen Angebote der Museen. Publikumslieblinge waren die Ausstellung „Essen und Trinken“, die bis Juli zu einer Erlebnisreise durch Körper und Zeit einlud, sowie die Saurier-Schau, die seit Herbst Kinder und Erwachsene gleichermaßen begeistert. Ergänzt wurde das Programm durch die Impressionismus-Ausstellung „AUFGETAUCHT!“, die Namibia-Bilder der Fotografin Margaret Courtney-Clarke und die gläsernen Tierskulpturen von Marta Klonowska. Digitale Angebote, die Kinder-Uni und neue Formate wie die „Tafel der Nationen“ auf dem Toulonplatz steigerten zusätzlich die Attraktivität.
Generaldirektor Prof. Dr. Wilfried Rosendahl betont, dass Kultureinrichtungen derzeit mit Sparzwängen kämpfen. „Das Bewahren von Kulturschätzen, Forschung und Vermittlung sind Herzensangelegenheiten, die zunehmend herausfordernd werden.“ Die positive Resonanz der Besucher motiviere das Team, weiterhin hochwertige Programme anzubieten. Dank Stiftungen, Förderern und Sponsoren werden Sonderausstellungen ausschließlich durch Drittmittel finanziert, ohne den städtischen Haushalt zu belasten. Gleichzeitig profitieren lokale Gastronomie und Einzelhandel vom Besucher.
Für das Jahr 2026 stehen bereits drei große Sonderausstellungen fest. Ab 20. September öffnet „Schamanen Sibiriens – Zwischen den Welten“ seine Pforten und vermittelt Einblicke in Rituale, Rollen und moderne Entwicklungen schamanistischer Praxis. Ab 11. Oktober lädt „Leonardo da Vinci – Erfindungen erleben“ in die Werkstatt des Universalgelehrten ein; über 30 interaktive Stationen lassen Besucher die genialen Konstruktionen des Renaissance-Meisters hautnah erleben. Ab 8. November rückt die Ausstellung „POLIZEIFOTOGRAFIE – Vor und hinter der Absperrung“ den Menschen hinter der Uniform in den Fokus und zeigt authentische Einblicke in den polizeilichen Alltag. Fotografie-Fans können sich zudem ab 14. April auf die Gewinnerinnen und Gewinner des Leica Oskar Barnack Award (LOBA) freuen.
Neben den Sonderausstellungen bieten die rem auch weiterhin Sammlungspräsentationen von archäologischen Funden über das Alte Ägypten bis zu „MusikWelten“. Informationen zu Ausstellungen, Terminen und Tickets sind online unter www.rem-mannheim.de verfügbar.
NEUE SONDERAUSSTELLUNGEN
14.4. bis 14.6.2026
Zu Gast: Der Leica Oskar Barnack Award in den Reiss-Engelhorn-Museen
Reiss-Engelhorn-Museen, rem-Stiftungsmuseen C4,12
Der Leica Oskar Barnack Award (LOBA) zählt zu den international renommiertesten und hochdotiertesten Auszeichnungen im Bereich der Fotografie. Nach der erfolgreichen Premiere im vergangenen Jahr setzt ZEPHYR – Raum für Fotografie der Reiss-Engelhorn-Museen die Kooperation mit dem Kamerahersteller Leica Camera AG fort. Die Pop-up-Ausstellung präsentiert eine Auswahl von rund 50 Arbeiten und vereint die ausgezeichneten Beiträge der Haupt- und Newcomer-Kategorie des LOBA 2025 mit weiteren nominierten Positionen aus der Shortlist. Diese vermitteln einen facettenreichen Überblick über globale Themen und aktuelle Tendenzen der zeitgenössischen Fotografie. Die gezeigten Arbeiten dokumentieren und reflektieren zentrale Herausforderungen unserer Gegenwart – von den unmenschlichen Bedingungen im mexikanischen Grenzgebiet zu den USA und den Folgen des Krieges in der Demokratischen Republik Kongo über die wachsende Freiheit der queeren Community in China bis hin zur weltweiten Häufung verheerender Überschwemmungskatastrophen infolge der globalen Klimakrise.
20.9.2026 – 27.6.2027
Schamanen Sibiriens – Zwischen den Welten
Reiss-Engelhorn-Museen Mannheim, rem-Stiftungsmuseen C4,12
Die Sonderausstellung „Schamanen Sibiriens – Zwischen den Welten“ nimmt Besucherinnen und Besucher mit auf eine faszinierende Reise zu den Ursprüngen und Wandlungen schamanischer Praktiken. Im Fokus steht der Schamanismus Sibiriens, der durch die einzigartige Sibiriensammlung der Reiss-Engelhorn-Museen und weitere hochkarätige Objekte eindrucksvoll erlebbar wird. Zahlreiche Exponate, interaktive Stationen und Illustrationen vermitteln, wie Schamaninnen und Schamanen als Mittler zwischen Mensch, Natur und Geisterwelt wirkten – und wie ihr Wissen, ihre Rituale und ihr Dienst an der Gemeinschaft bis heute nachhallen. Die Sonderausstellung stellt die große Bandbreite schamanistischer Vorstellungen und Rollen vor, hinterfragt Klischees und beleuchtet moderne Entwicklungen. Sie lädt dazu ein, den Wandel, die Vielfalt und die anhaltende Faszination einer weltweit verbreiteten spirituellen Praxis zu entdecken.
11.10.2026 – 30.5.2027
Leonardo da Vinci. Erfindungen erleben
Reiss-Engelhorn-Museen Mannheim, Museum Weltkulturen D5
Leonardo da Vinci (1452 – 1519) war nicht nur berühmter Maler, sondern auch ein Universalgelehrter und visionärer Erfinder. Die Sonderausstellung lädt in die Werkstatt des genialen Ingenieurs ein. Nach einer besonderen Begrüßung durch die Mona Lisa entdecken die Besucherinnen und Besucher die Ideen des Meisters, die ihrer Zeit oft weit voraus waren. Leonardo experimentierte mit neuartigen Antrieben und entwickelte Maschinen für die unterschiedlichsten Einsatzgebiete. Er entwarf Brücken sowie Fahrzeuge und ließ sich von der Natur zu ungewöhnlichen Flugobjekten inspirieren. Mehr als 30 interaktive Konstruktionen und Mitmach-Stationen sorgen für Bewegung. Durch Anfassen und Ausprobieren können Kinder und Erwachsene in die Welt von Leonardo eintauchen und seine Erfindungen hautnah erleben. Das Spektrum reicht vom Trommelautomat über Fallschirm und Spiegelkammer bis zum Tretboot. Eine Ausstellung, die perfekt in die Erfinderstadt Mannheim passt, wo u.a. Fahrrad und Automobil ihren Anfang nahmen.
Bereits im Vorfeld machen thematisch passende Ausflugstipps in die Metropolregion Rhein-Neckar Lust auf die Leonardo-Ausstellung. Die Ausflugstipps gibt es als handliche Faltkarte und als Online-Version.
8.11.2026 – 27.6.2027
POLIZEIFOTOGRAFIE – Vor und hinter der Absperrung
Reiss-Engelhorn-Museen, rem-Stiftungsmuseen C4,12
Was geschieht vor der Absperrung – und was dahinter? Welche Bilder entstehen dort, wo Öffentlichkeit endet und Einsatz beginnt? Diesen Fragen widmen sich die Reiss-Engelhorn-Museen in Kooperation mit dem Ministerium des Inneren, für Digitalisierung und Kommunen Baden-Württemberg. Gezeigt werden rund 120 überwiegend unveröffentlichte Fotografien aus den Archiven der baden-württembergischen Landespolizei, die die Vielschichtigkeit des polizeilichen Alltags aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchten. Fotografie ist ein zentraler Bestandteil heutiger Polizeiarbeit – von Beweissicherung und Dokumentation von Tatorten und Einsätzen bis zur öffentlichen Kommunikation. Über diese funktionale Nutzung hinaus gewährt die Ausstellung eindrucksvolle Einblicke hinter die Kulissen: Sie rückt den Menschen hinter der Uniform und die emotionale Bandbreite des Berufs in den Fokus. Die Aufnahmen wurden in vielen Fällen von Polizeibeamtinnen und Polizeibeamten selbst aufgenommen und gelangen in ihrer Authentizität und Unmittelbarkeit erstmals an die Öffentlichkeit.
WEITERHIN
Bis 2.8.2026
Saurier – Faszination Urzeit
Reiss-Engelhorn-Museen, Museum Weltkulturen D5
Die große Sonderausstellung „Saurier“ ist ein Erlebnis für alle Generationen und holt die Urzeit-Echsen nach Mannheim. Anhand zahlreicher versteinerter Lebensreste, Skelette, lebensechter Rekonstruktionen und Präparate gewährt sie spannende Einblicke in die Welt von T-rex & Co. Die Schau zeigt Funde aus aller Welt sowie faszinierende Entdeckungen aus dem Odenwald und der Pfalz. Außerdem erzählt sie eine ganz besondere Sauriergeschichte aus Mannheim. Erstmals kehrt ein sensationeller Schatz aus dem Naturalienkabinett von Kurfürst Carl Theodor im Original in die Quadratestadt zurück: der weltweit erste beschriebene Fund eines Flugsauriers. Von Mannheim aus sorgte er für Furore.
Bis 5.7.2026
Margaret Courtney-Clarke: Geographies of Drought
Reiss-Engelhorn-Museen Mannheim, rem-Stiftungsmuseen C4,12
Die renommierte und international erfolgreiche Fotografin Margaret Courtney-Clarke setzt sich mit ihren klaren, manchmal surrealen und oft berührenden Bildern mit der extremen Dürre in ihrem Heimatland Namibia und deren sozialen und politischen Folgen auseinander. Ihre Langzeitdokumentation „Geographies of Drought“ ist ist das Porträt eines Landes, in dem der existenzgefährdende Wassermangel in vielerlei Hinsicht das Leben und den Alltag der Menschen bestimmt.
Bis 21.6.2026
Marta Klonowska: Glasmenagerie
Reiss-Engelhorn-Museen, rem-Stiftungsmuseen C4,12
Unter dem Titel „Glasmenagerie“ präsentieren die Reiss-Engelhorn-Museen Werke der polnischen Künstlerin Marta Klonowska. Mittels einer von ihr entwickelten künstlerischen Technik definiert sie die Idee der Skulptur neu. Ihre gläsernen Tiere sind inspiriert von Gemälden und Zeichnungen alter Meister oder ostasiatischer Kunst. Dabei verwandelt sie die gemalten Darstellungen in dreidimensionale Skulpturen aus unzähligen, scharfkantigen Glasplättchen und rückt sie aus dem Bildhintergrund in den Vordergrund.
Bis 6.4.2026
AUFGETAUCHT!
Philipp Klein im Kreis der Impressionisten
Reiss-Engelhorn-Museen, rem-Stiftungsmuseen C4,12
Der Maler Philipp Klein (1871 – 1907) stellte gemeinsam mit Größen wie Claude Monet, Wassily Kandinsky oder Edvard Munch aus. Er gehörte zu den deutschen Impressionisten um Lovis Corinth, Max Liebermann und Max Slevogt. In seiner kurzen Karriere schuf er zahlreiche Werke und wurde zu Lebzeiten von Publikum und Kritikern gleichermaßen geschätzt – und doch ist Philipp Klein heute fast in Vergessenheit geraten. Die Sonderausstellung „AUFGETAUCHT! Philipp Klein im Kreis der Impressionisten“ will dies ändern. Nach mehr als 100 Jahren sind Bilder des Künstlers erstmals wieder in einer großen Präsentation zu bewundern.
Foto: Polizeipräsidium Einsatz der Polizei Baden-Württemberg












