Stadt Weinheim bekämpft Eichenprozessionsspinner am Waidsee
Mit einer groß angelegten Spezialaktion geht die Stadt Weinheim derzeit gegen einen starken Befall mit Eichenprozessionsspinnern am Waidsee vor. Seit Mittwoch entfernt die Weinheimer Fachfirma „Baumwerk Wolf“ die Nester der Raupen mit Hubwagen und speziellen Industrie-Staubsaugern. Erste Abschnitte des gesperrten Rundwegs könnten bereits in den kommenden Tagen wieder freigegeben werden.
Nach Angaben der Experten handelt es sich in diesem Jahr um einen außergewöhnlich starken Befall. An einzelnen Eichen wurden bis zu 50 Nester festgestellt. Als Ursache gelten unter anderem die zunehmend milden Winter, durch die natürliche Frostphasen zur Eindämmung der Population immer seltener werden.
Die Bekämpfung erfolgt durch das Absaugen der Nester einschließlich Raupen und Brennhaaren. Das Material wird anschließend als Sondermüll entsorgt. Die eingesetzten Staubsauger entsprechen der Staubklasse H und werden auch bei besonders sensiblen Sanierungsarbeiten verwendet.
Der Eichenprozessionsspinner ist ein Nachtfalter, dessen Raupen gesundheitsschädliche Brennhaare entwickeln. Diese enthalten das Nesselgift Thaumetopoein und können durch den Wind verbreitet werden. Selbst verlassene Nester stellen noch über Jahre hinweg ein Risiko dar. Mögliche Folgen eines Kontakts sind Hautreizungen, starker Juckreiz, Augenbeschwerden, Atemwegsprobleme und in Einzelfällen allergische Reaktionen. Auch Haustiere können betroffen sein.
Die Stadt rät dringend davon ab, Nester eigenständig zu entfernen. Bei einem Verdacht sollten Fachfirmen für Baumpflege oder Schädlingsbekämpfung informiert werden.
„Der Waidsee ist eines der wichtigsten Naherholungsgebiete in Weinheim. Die Sperrung des Rundwegs war deshalb keine leichte Entscheidung. Angesichts der Gesundheitsgefahren war sie jedoch notwendig“, erklärt Rafael Schleweis vom Amt für Grünflächen und Umwelt.
Das Strandbad am Waidsee sowie das benachbarte Freizeitbad Miramar können weiterhin uneingeschränkt genutzt werden.
Die Kosten für die Bekämpfungsmaßnahmen liegen nach Angaben der Stadt im höheren vier- bis fünfstelligen Eurobereich.
Foto: Stadt Weinheim












