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Stadt will Gänsepopulation auf der Neckarwiese eindämmen

22. Mai 2019 | Heidelberg, Leitartikel

Mit verschiedenen Maßnahmen will die Stadt Heidelberg die Anzahl der wildlebenden Gänse im Heidelberger Stadtgebiet reduzieren – insbesondere auf der Neckarwiese im Stadtteil Neuenheim. Auf der bei der Bevölkerung beliebten Naherholungsfläche mitten in der Stadt finden die Tiere ideale Bedingungen vor: kurzen Rasen, flache Ufer, Zugang zum Wasser und ein Überangebot an Futter. Mit der Anzahl der Tiere mehren sich die Beschwerden aus der Bevölkerung über die Hinterlassenschaften der Gänse.

Heidelbergs Ordnungsbürgermeister Wolfgang Erichson sagt dazu: „Wir können die Gänsepopulation auf der Neckarwiese nur mit einer Kombination aus verschiedenen Maßnahmen eindämmen. Zwei praktikable Aktionen – die Jagd und das Fütterungsverbot – gehen wir jetzt verstärkt an. Wir beraten zudem über weitere Schritte mit mittel- oder langfristiger Wirkung. Eine einfache Lösung gibt es nicht. Jede Maßnahme stößt schnell an Grenzen, sei es rechtlicher, sicherheitsrelevanter oder auch moralischer Natur.“

Die Stadtverwaltung plant folgende Maßnahmen:  

  • Jagd: Die Jagdpächter der angrenzenden Feldjagdreviere bleiben aufgefordert, die Nilgans verstärkt zu bejagen, wo eine gefahrfreie Jagd möglich ist. Aktuell werden im Jahr durchschnittlich 70 bis 80 Tiere geschossen. Auf der Neckarwiese ist eine Jagd aus Sicherheitsgründen nicht möglich. Darüber hinaus wird die Stadtverwaltung mit Expertinnen und Experten weitere Optionen durchgehen, wie die Anzahl der Gänse reduziert werden kann.
  • Füttern verboten: Hinweisschilder auf dem Neckarvorland weisen bereits jetzt auf das Fütterungsverbot hin – manche Bürgerinnen und Bürger missachten es leider. Aktuell ist bei einem Erstverstoß ein Verwarnungsgeld von 35 Euro fällig, bei Wiederholung wird die Geldbuße auf 60 Euro erhöht. Die Stadtverwaltung wird das Bußgeld ab sofort deutlich erhöhen, und zwar auf 55 Euro beim Erstverstoß und 75 Euro fürs wiederholte Füttern. Verstöße werden konsequent durch verstärkte Kontrollen durch den Kommunalen Ordnungsdienst geahndet.
  • Gelege: Die Stadtverwaltung wird im Rahmen des Naturschutz- und Jagdrechts und unter Berücksichtigung von Tierschutzaspekten alle Möglichkeiten ausschöpfen, um die Reproduktionsrate der Tiere zu verringern.
  • Leinenpflicht: Das Aufheben der Leinenpflicht in den Morgenstunden wird als nicht zielführend eingeschätzt, da die Gänse schnell lernen, zu welcher Tageszeit sie die Wiese gefahrlos ansteuern können.

 

Der Gänsekot ist nachweislich nicht gesundheitsgefährdend. Seit einigen Jahren verfügt die Stadt Heidelberg über eine Maschine, die neben Kronkorken und Glasscherben auch Gänsekot absaugen kann. Der Reinigungsaufwand ist erheblich und beträgt pro Reinigungsgang der Wiese drei Arbeitstage.

 

Hintergrund

 

Bereits vor 20 Jahren haben sich verschiedene Gänsearten am Neckar angesiedelt. Zahlenmäßig überwiegen zurzeit die Nilgänse. Sie sind wie die Kanadagänse sogenannte invasive Wildarten.

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