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Von Lunéville nach Schwetzingen

22. Juni 2026 | Das Neueste, Schwetzingen

Lunéville

Von Lunéville nach Schwetzingen – Kulturtransfer im Zeitalter Carl Theodors

Zahlreiche Besucherinnen und Besucher haben in Schwetzingens französischer Partnerstadt Lunéville einen deutsch-französischen Vortragsabend zur gemeinsamen Geschichte von Kurpfalz, Frankreich und Lothringen besucht. Die Veranstaltung entstand in Kooperation zwischen den Stadtmuseen Schwetzingen und Frankenthal und beleuchtete die vielfältigen politischen, kulturellen und künstlerischen Verflechtungen der Region im 18. Jahrhundert unter Kurfürst Carl Theodor.

Nach der Begrüßung durch die französischen Gastgeber dankten die beteiligten Museumsvertreter den Organisatoren für die Einladung und die Zusammenarbeit im Rahmen einer Ausstellung zu Ludwig XVI., die den Rahmen des Abends bildete. Im ersten Vortrag stellte der Leiter des Museums der Stadt Schwetzingen, Lars Maurer, die engen Verbindungen zwischen der Kurpfalz, Frankreich und Lothringen vor. Er zeigte auf, wie stark der Hof Carl Theodors von französischer Kultur geprägt war und welche Rolle der aus Lunéville stammende Architekt Nicolas de Pigage spielte, der mit seinen Arbeiten in Mannheim und im Schwetzinger Schlossgarten bedeutende Spuren hinterließ. Auch der kulturelle Austausch zwischen beiden Regionen wurde anhand historischer Gartenkunst und noch heute erhaltener Skulpturen verdeutlicht.

Im zweiten Vortrag beleuchtete die Leiterin des Erkenbert-Museums Frankenthal, Dr. Maria Lucia Weigel, die Geschichte der Frankenthaler Porzellanmanufaktur. Sie erläuterte deren enge künstlerische Bezüge zu französischen Vorbildern und zeigte auf, wie sich die Manufaktur unter Kurfürst Carl Theodor zu einer der bedeutendsten Porzellanproduktionen des 18. Jahrhunderts im deutschsprachigen Raum entwickelte.

Beide Beiträge machten deutlich, wie intensiv der kulturelle Austausch zwischen den Regionen bereits vor Jahrhunderten war. Kunst, Architektur, Gartenkultur und Handwerk dienten dabei als zentrale Verbindungslinien, die bis heute nachwirken. Im Anschluss nutzten viele Gäste die Gelegenheit zu einer Führung durch die Ausstellung und zum persönlichen Austausch, bevor der Abend in geselliger Atmosphäre ausklang.

Die Veranstalter betonten die Bedeutung solcher Formate für die Städtepartnerschaft zwischen Schwetzingen und Lunéville. Der Abend habe eindrucksvoll gezeigt, dass europäische Zusammenarbeit auf einer langen historischen Tradition beruhe und durch kulturelle Begegnungen lebendig gehalten werde.

Fotonachweis: Stadt Schwetzingen (Dr. Barbara Gilsdorf) und Stadt Lunéville (Jean-Louis Janin Daviet)

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