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Weinheim: Alte Wandgemälde erstmals zu sehen

3. September 2019 | Freizeit, Kultur, Leitartikel, Weinheim

Am Tag des offenen Denkmals gibt es auch Führungen auf der Weinheimer Wachenburg – auch auf den Turm

 

Foto: Stadt Weinheim/Roland Kern

Weinheim. Am Tag des offenen Denkmals am Sonntag, 8. September, geht es in Weinheim auch hoch hinaus. Im wahrsten Sinne des Wortes: Auch die Wachenburg hoch über den Dächern der Stadt bietet Führungen an, die diesmal einen besonders spannenden kunsthistorischen Aspekt bieten. Denn in den Führungen werden die Experten des Fördervereins der Wachenburg insbesondere auf die Wiederherstellung der Wandgemälde im Refektorium eingehen.

Seit 2017 wird intensiv an der Wiederherstellung der Wandgemälde gearbeitet, die hierzu zunächst teilweise freigelegt und dann konserviert worden sind.  Derzeit laufen die Wiederausmalung der Friesen-Ecke, Münchner-Ecke sowie der Sachsen-Ecke nach alten Vorbildern. Auch wird es – in Kleingruppen – diesmal möglich sein, den Turm zu besteigen. Führungen und Besichtigungen werden am 8. September zwischen 10 Uhr und 18 Uhr angeboten.

Die Wachenburg befindet sich bekanntlich im Besitz des Weinheimer Senioren Convents (WSC) und des Weinheimer Verband Alter Corpsstudenten (WVAC). Die  Baugeschichte der Wachenburg hängt entsprechend mit der Geschichte der Verbände eng zusammen. Seit Beginn der 1890er Jahre hegte der WSC den Wunsch ein Ehrenmal für die 1870/71 im deutsch-französischen Krieg gefallenen Angehörigen zu errichten. Zunächst wurde an eine Beteiligung am Bau des Kaiser- und Kriegerdenkmals am Marktplatz gedacht. Da aber die Tagungen auf Dauer nicht in Lokalen abgehalten werden konnten, entschied sich der WSC eine Gedenkstätte zu errichten und dies mit dem Bau eines Festplatzes für die jährliche Verbandstagung zu verbinden. So kam man auf den Platz auf dem Wachenberg.

Bei der Ausschreibung zur geplanten Burganlage gingen 14 Entwürfe ein. 1906 entschied man sich für den Entwurf des Karlsruher Architekten Professor Artur Wienkoop, da dieser den Vorteil hatte, den Bau in mehreren Bauabschnitten durchzuführen. Nach Erteilung der Baugenehmigung, Anfang 1907, erfolgte noch im Frühling die Grundsteinlegung zum Bergfried. Damals war das ganze Areal noch unwegsames Berg- und Waldgelände. Die Heranschaffung des Baumaterials war beschwerlich und nur über den Steinbruch an der Nordseite des Wachenbergs möglich. Der zum Bau benötigte Porphyr wurde zunächst aus dem heutigen oberen Parkplatzgelände entnommen und behauen.

Der erste Bauabschnitt umfasste die Errichtung des Bergfrieds und die Anlage des Festplatzes und wurde im Frühjahr 1908 zur WSC-Tagung eingeweiht. In der Halle des Bergfrieds wurde die Tafel mit den Namen der 23 Gefallenen im Krieg von 1870/71 angebracht.   

Der zweite Bauabschnitt, der 1909 eingeweiht wurde, umfasste das Wappentor und die Burgschänke mit Aufenthaltsraum und einfacher Unterkunft des Wirts. 1909/10 wurde der dritte Bauabschnitt durchgeführt: der Bau des unteren Burgtores mit dem „Fuchsenturm“ und der äußeren Burgmauer. Im vierten Bauabschnitt, 1910/13, wurde der Palas mit Fuchsenkeller, Kapitelsaal und Refektorium errichtet. Die Einweihung war im Oktober 1913.

In Weinheim geht die Bandbreite am Tag des offenen Denkmals von A wie Alter Friedhof bis Z wie Fürsten-Zimmer. Erste Anlaufstelle kann der Schlosshof sein, wo Ansprechpartner der Denkmalschutzbehörde an einem Info-Stand von 13 Uhr bis 18 Uhr Orientierung bieten können. Von dort beginnen auch die Führungen auf den Schlossturm jede halbe Stunde. Weitere Denkmäler sind: Der Alte Friedhof, um 14 Uhr und um 16 Uhr kann man sich an Führungen beteiligen. Daneben liegt die Peterskirche, die ja auch einen historischen Bezug zum Alten Friedhof hat. Das Gotteshaus ist schon ab 10 Uhr geöffnet. Thematische Führungen werden angeboten um 14.30 Uhr, um 15.10 Uhr, um 15.45 Uhr und um 16.45 Uhr. Auch die Villa Hübsch gegenüber der Stadthalle in der Bergstraße 67, öffnet wieder ihre Türen. Es werden Führungen angeboten um 13.30 Uhr, um 14.30 Uhr, um 15.30 Uhr und um 16.30 Uhr. Das Fürstenzimmer im Anwesen Obertorstraße 1 (über dem Bistro Montmartre am Marktplatz) ist von 13.30 Uhr bis 18 Uhr geöffnet.
Überhaupt ist der Marktplatz ein Schwerpunkt am Denkmalstag. Auch das Alte Rathaus, ein Renaissance-Bau aus dem 16. Jahrhundert, mit dem Bürgersaal im ersten Stock kann besichtigt werden. Führungen gibt es hier um 13.30 Uhr, um 15 Uhr und um 16.30 Uhr. Die Ulner Kapelle öffnet von 11 Uhr bis 17 Uhr. Führungen werden um 12 Uhr, um 14 Uhr und um 15 Uhr angeboten. Geöffnet ist auch das vor drei Jahren sanierte Lützelsachsener Alte Rathaus in der Sommergasse 65 (von 13.30 Uhr bis 18.30 Uhr). Alle beschriebenen Denkmäler sind an diesem Tag eintrittsfrei geöffnet. Auch die Führungen sind kostenlos.

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