Für die meisten Erwerber ist ein Deal abgeschlossen, sobald der Preis feststeht. Es wäre damit eine einmalige Interaktion zwischen Käufer und Verkäufer. Der Ansatz von Dániel Jellinek mit seiner Indotek Group strukturiert oftmals drei Beziehungen gleichzeitig neu — statt einen Eigentümer schlicht durch einen anderen zu ersetzen. So werden Eigentum, Finanzierung und eine Fortführung der Geschäftsbeziehung zwischen Käufer und Verkäufer verbunden. Es ist eine über drei Jahrzehnte verfeinerte Methode strukturierter Akquisitionen in Mittel- und Westeuropa, die Dániel Jellinek, Gründer und Eigentümer der Indotek Group, gemeinsam mit seinem Team entwickelt hat.
Akquisitionen folgen vier Schritten: Zu Beginn wird ein konkretes Problem identifiziert, das zu einer niedrigen Bewertung geführt hat. Dann steigt Indotek mit einem quantifizierbaren Abschlag ein. Im Anschluss wird der der Vermögenswert durch operative Maßnahmen stabilisiert und verbessert, um damit das zugrundeliegende wirtschaftliche oder operative Problem zu lösen und den geschaffenen Wert zu realisieren.
Diese Art der Transaktion unterscheidet sich von einem herkömmlichen Immobilienkauf, bei dem Preis, Titel und Objekt praktisch die gesamte Transaktion ausmachen. Dieser Ansatz wird als bewusst nüchtern und operativ intensiv beschrieben. Neuer Eigentümer, Kreditgeber und Verkäufer haben ein fortdauerndes Interesse daran, wie sich das operative Geschäft nach dem Verkauf entwickelt.
Die vollständige Transaktionsstruktur der Übernahme von Auchan Ungarn durch Indotek umfasste drei Beziehungen, die sich gemeinsam und gleichzeitig bewegten, statt nacheinander. Indotek erwarb Ende 2024 zunächst einen Anteil von 47 Prozent und übernahm sofort die operative Kontrolle, lange bevor der verbleibende Anteil den Besitzer wechselte. Erst nach 18 Monaten nachgewiesener operativer Ergebnisse entschloss sich Indotek, den Kauf der verbleibenden 53 Prozent von Auchan Retail International durchzuführen.
Die Finanzierungsseite folgte demselben Takt. Die Mittelausstattung von Auchan Ungarn verlagerte sich von der konzerninternen Finanzierung der Muttergesellschaft Auchan Retail International hin zu eigenständigen Kreditlinien von Erste Bank, Raiffeisen und UniCredit.
Was sich nicht änderte, ist die Beziehung zu Auchan Retail International selbst. Langfristige Vereinbarungen halten Auchan Ungarn innerhalb der Marke Auchan, mit fortgesetztem Zugang zum internationalen Einkauf von Auchan Retail International und Teilnahme an dessen Einkaufsallianzen. Management und Belegschaft trugen die Transaktion und den Übergang nahtlos mit. Der Verkäufer verlässt die Eigentümerstruktur, bleibt aber innerhalb der kommerziellen Struktur bestehen: eine Unterscheidung, die ein reiner Buyout nicht bewahrt hätte.
Keine dieser drei Beziehungen wurde isoliert neu verhandelt. Die operative Führung schuf den Nachweis, der die eigenständige Finanzierung erst möglich machte. Die Neufinanzierung wiederum machte das vollständige Eigentum möglich, ohne auf die Bilanz von Auchan Retail International angewiesen zu sein. Die Marken- und Lieferantenvereinbarungen sichern die langjährigen Geschäftsbeziehungen langfristig und bieten Kunden, Lieferanten und Partnern fortlaufende Kontinuität, obwohl sich die Eigentumsbeziehung verändert hat. Jedes Zahnrad der Transaktion greift somit in das andere.
Dieser Teil der Struktur verlangt Erfahrung, operative Expertise und Geduld. Ein Unternehmen vollständig zu erwerben ist einfacher umzusetzen, braucht aber mehr Expertise bei der Finanzierung. Die operative Erfahrung vereinfacht den Prozess, doch der Aufbau dieses Leistungsnachweises braucht Zeit und operative Präsenz vor Ort, bevor Kapital gebunden wird. Das kommerzielle Interesse eines Verkäufers an einem Geschäft beteiligt zu bleiben, das ihm nicht mehr gehört, verlangt eine Vereinbarung, zu der keine Seite gezwungen ist. Indoteks Transaktion mit Auchan Ungarn bildete eine andere Struktur nach: eine anspruchsvollere Transaktion als ein herkömmlicher Kauf und eine, die alle Parteien dauerhaft in der Struktur hält.











