Dr. Andrea Edel, Leiterin des Kulturamts der Stadt Heidelberg, ist als Mitglied in die Deutsche UNESCO-Kommission berufen worden. Seit der Ernennung Heidelbergs zur UNESCO City of Literature im Jahr 2014 verantwortet sie federführend die Aktivitäten der Stadt im Rahmen dieses Titels. Die Stadt Heidelberg wertet die Berufung als Anerkennung von Edels langjährigem kulturpolitischem Engagement – und als Chance, Heidelberger Perspektiven auf internationaler Ebene in die Arbeit der UNESCO einzubringen.
Die UNESCO wurde 1945 gegründet und zählt heute 194 Mitgliedsstaaten sowie zwölf assoziierte Mitglieder. Die Deutsche UNESCO-Kommission hat die Aufgabe, die Ziele der UNESCO in Deutschland rechtlich, politisch und gesellschaftlich zu verankern – dazu zählen die Sicherung des Friedens durch weltweite Zusammenarbeit, Bildung für alle Menschen, internationale Forschungskooperation sowie der Schutz des Natur- und Kulturerbes und der Meinungs- und Pressefreiheit. Der Kommission gehören bis zu 114 Mitglieder an: 14 Vertreterinnen und Vertreter von Bund und Ländern sowie bis zu 100 berufene Expertinnen und Experten.
Zehn Jahre City of Literature
Dr. Andrea Edel leitet seit 2014 das Kulturamt der Stadt Heidelberg und koordiniert seither als „Focal Point“ auch das lokale und internationale Netzwerk sowie die Aktivitäten der UNESCO City of Literature Heidelberg. Für Heidelberg entwickelte und realisierte sie mit ihrem Team und Beraterinnen und Beratern aus der freien Szene in Heidelberg neue Formate internationaler Kooperation, von denen zwei – „Expedition Poesie“ und „Worte des Widerstands. Voices of Ukraninean Authors in times of war“ – als Best Practises in die Staatenberichte der Bundesrepublik Deutschland für die Umsetzung der UNESCO-Konvention zum Schutz und zur Förderung der Vielfalt kultureller Ausdrucksformen (2005) der Jahre 2016, 2020 und 2024 aufgenommen wurden.
2024 feierte die UNESCO City of Literature Heidelberg mit zahlreichen internationalen Gästen ihr zehnjähriges Bestehen. 2025 organisierte Edel mit ihrem Team im Rahmen des bundesweiten Programms zum 20-jährigen Bestehen der UNESCO-Konvention zum Schutz und zur Förderung der Vielfalt kultureller Ausdrucksformen eine interkulturelle Festveranstaltung mit internationalen Künstlerinnen und Künstlern aus Heidelberg. Seit 2015 ist sie zudem Mitglied des Beirats „Vielfalt kultureller Ausdrucksformen“ und bringt dort ihre Expertise in die Arbeit der Deutschen UNESCO-Kommission ein. Seit 2023 arbeitet sie im Team an der Vorbereitung einer möglichen Bewerbung Heidelbergs als Kulturhauptstadt Europas.
Heidelberg in der UNESCO-Familie
Mit ihrer Berufung reiht sich Dr. Andrea Edel in eine Reihe Heidelberger Persönlichkeiten ein, die der Deutschen UNESCO-Kommission bereits angehörten oder angehören: Prof. Dr. Maria Böhmer, seit 2018 Präsidentin der Deutschen UNESCO-Kommission und seit 2001 Professorin für Pädagogik an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg; Dr. Roman Luckscheiter, seit 2020 Generalsekretär der Deutschen UNESCO-Kommission, promoviert an der Universität Heidelberg; sowie Prof. Dr. Lenelis Kruse-Graumann, Umweltpsychologin und langjährige Honorarprofessorin an der Universität Heidelberg, die von 1966 bis 2020 Mitglied der Kommission war.
Aufgaben in der Kommission
Als Mitglied der Deutschen UNESCO-Kommission berät Dr. Andrea Edel Bund, Länder und Kommunen. Ihre Aufgabe ist es, völkerrechtliche UNESCO-Verträge und globale Leitlinien in konkrete politische Maßnahmen und Projekte zu übersetzen – etwa die Nachhaltigkeitsziele der Agenda 2030, das Übereinkommen zum Schutz und zur Förderung der kulturellen Vielfalt von 2005 oder die Fair Culture Charta von 2024. Zugleich vernetzt sie die „UNESCO-Familie“ in Deutschland mit. Dazu zählen aktuell unter anderem 55 UNESCO-Welterbestätten, rund 310 UNESCO-Projektschulen, 18 UNESCO-Biosphärenreservate, acht UNESCO Global Geoparks, 168 Einträge im Bundesweiten Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes, 17 UNESCO-Lehrstühle sowie acht UNESCO Creative Cities.
Quelle: Stadt Heidelberg









