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Keine harmlose Kinderkrankheit

11. April 2019 | Gesundheit, Kindergärten, Leitartikel, Mannheim, Metropolregion

Das Gesundheitsamt informiert über Masern
 Anfang April wurden mehrere Masernfälle in der Südpfalz bekannt. Dem Gesundheitsamt Mannheim liegen aktuell mit Stand zum 10. April 2019 noch keine Masern-Meldungen im Mannheimer Stadtgebiet für dieses Jahr vor. Dennoch ist die Krankheit auch in der Quadratestadt nicht besiegt: Während in den Jahren 2012 bis 2017 keine Masernfälle in Mannheim gemeldet wurden, waren es im vergangenen Jahr zwei.
 
Sehr hohe Ansteckungswahrscheinlichkeit
Das Gesundheitsamt der Stadt weist deshalb darauf hin, dass bei Kontakt zu einem an Masern Erkrankten für nicht geimpfte Personen eine Ansteckungswahrscheinlichkeit von nahezu 100 Prozent besteht! Die Übertragung des Erregers erfolgt über die Luft auch ohne Husten oder Niesen. Schon kurze und flüchtige Kontakte mit Erkrankten während der Infektionsphase können zu einer Erkrankung von empfänglichen Personen führen. Die Zeit von der Ansteckung bis zum Auftreten von Krankheitszeichen kann 8 bis 21 Tage betragen. Die Gefahr der Ansteckung besteht bereits etwa fünf Tage, bevor sich bei der erkrankten Person die für die Masern typischen Hautzeichen zeigen, und bis zu vier Tagen danach.
 
Krankheitszeichen sind Fieber, trockener Husten, wässriger Schnupfen, Bindehautentzündung oder bräunlich-rosafarbene, zusammenfließende Hautflecken. Die Erkrankung kann schwer verlaufen. Masern sind keine harmlose Kinderkrankheit, da ein erhebliches Risiko für zum Teil schwere Komplikationen besteht. Als Komplikationen können Lungen- oder Mittelohrentzündungen, Durchfälle und sehr selten eine sehr gefürchtete akute oder chronische Gehirnentzündung, die den Tod oder bleibende neurologische Schäden zur Folge haben kann, auftreten. Außerdem schwächt eine Maserninfektion das Immunsystem noch über Wochen nach der Erkrankung hinaus, sodass es leicht zu weiteren Infektionen kommen kann. Besonders für Kinder unter fünf Jahren und Erwachsene über 20 Jahre besteht das Risiko eines schweren Krankheitsverlaufs.
 
Impfung dringend empfohlen
Schon vor Auftreten von Krankheitszeichen der Infektion kann eine Übertragung der Masern unter nicht immunen Menschen sehr leicht stattfinden. Die Ständige Impfkommission des Robert Koch Institutes empfiehlt daher eine zweimalige Masernimpfung zur Grundimmunisierung im Kindesalter. „Personen, die bisher nur einmal oder gar nicht gegen Masern geimpft wurden und in der Vergangenheit noch nicht nachweislich an Masern erkrankt waren, sollten die fehlende Impfung unverzüglich nachholen lassen“, rät Dr. Peter Schäfer, Leiter des Fachbereichs Jugendamt und Gesundheitsamt. Diese Empfehlung gilt auch für Personen, die ihren Impfstatus nicht kennen.
 
Erst wenn in der Gesamtbevölkerung Impfraten von 95 Prozent erreicht sind, kann von einem sogenannten „Herdenschutz“ – also einer Immunitätslage in der Bevölkerung, bei der die Weiterverbreitung von Masernviren nicht mehr möglich ist – ausgegangen werden. Hierdurch wären dann auch Nichtgeimpfte, wie zum Beispiel Säuglinge geschützt. Denn die Mumps-Masern-Röteln-Impfung ist erst für Kinder ab elf Monaten regulär möglich.
 
Bei Verdacht einer Ansteckung mit Masern sollte unverzüglich der Arzt aufgesucht werden und bereits am Telefon der Verdacht auf eine entsprechende Infektion geäußert werden.

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