„Museum frei Haus“: Marmorrelief von Nicolas de Pigage ist Objekt des Monats August
Mit einem Marmorrelief des kurpfälzischen Oberbaudirektors Nicolas de Pigage präsentiert die Reihe „Museum frei Haus“ im August einen der bedeutendsten Gestalter Schwetzingens. Das um 1790 entstandene Relief zeigt den aus Lothringen stammenden Architekten im Profil und würdigt den Mann, dessen Wirken Schloss und Schlossgarten bis heute prägt.
Nicolas de Pigage wurde 1723 im lothringischen Lunéville geboren und kam 1749 auf Einladung von Kurfürst Carl Theodor an den kurpfälzischen Hof. Bereits wenige Jahre später wurde er zum Oberbaudirektor ernannt. In den folgenden Jahrzehnten leitete er zahlreiche Bauprojekte in Mannheim, Düsseldorf und vor allem in Schwetzingen.
Sein nachhaltiger Einfluss zeigt sich insbesondere im Schwetzinger Schlossgarten. Unter seiner Leitung entstanden unter anderem der Apollotempel, das Badhaus sowie zahlreiche weitere Gartenarchitekturen, die den Park zu einem Gesamtkunstwerk machen. Ausgehend vom französischen Barockgarten entwickelte Pigage gemeinsam mit dem Gartenkünstler Friedrich Ludwig Sckell die Anlage weiter und ergänzte sie um Bereiche im damals modernen englischen Landschaftsstil. Die Verbindung beider Gartenkonzepte prägt den Schlossgarten bis heute.
W E R B U N G
Als gebürtiger Lothringer brachte Pigage zudem französische Bau- und Gartenkunst in die Kurpfalz. Unter seiner Leitung gelangten bedeutende Bleiskulpturen aus seiner Heimatstadt Lunéville nach Schwetzingen, wo sie noch heute erhalten sind. Sein Wirken steht damit beispielhaft für den kulturellen Austausch zwischen Frankreich und der Kurpfalz im Zeitalter der Aufklärung.
Das im Museum der Stadt Schwetzingen aufbewahrte Marmorrelief entstand vermutlich in den letzten Lebensjahren des Architekten. Es zeigt Pigage mit einer zeittypischen Perücke in einem fein gearbeiteten Profilbild. Die schlichte Gestaltung lenkt den Blick auf die Persönlichkeit hinter den Bauwerken und Gartenanlagen, die das Stadtbild Schwetzingens bis heute prägen.
Das „Objekt des Monats“ ist in der Stadtbibliothek Schwetzingen zu sehen. Mit der Kooperation von „Museum frei Haus“ und der Bibliothek werden ausgewählte Exponate des Stadtmuseums während dessen Schließung an öffentliche Orte gebracht und so einem breiten Publikum zugänglich gemacht.
Unter dem Motto „Museum frei Haus – Kultur da, wo Du bist“ bringt das Projekt Geschichte direkt zu den Menschen – unter anderem auf Märkte, in Schulen und an weitere öffentliche Orte.
Weitere Informationen gibt es unter www.visit-schwetzingen.de/museum-frei-haus.
Fotonachweis: Stadt Schwetzingen, Foto: Tobias Schwerdt












