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Schamanen Sibiriens – Zwischen den Welten

8. September 2026 | Bildung, Das Neueste, Freizeit, Kultur, Leitartikel, Mannheim, Photo Gallerie

Neue Sonderausstellung und Begleitprogramm

Ab 20. September präsentieren die Reiss-Engelhorn-Museen die Sonderausstellung „Schamanen Sibiriens – Zwischen den Welten“. Diese nimmt Besucherinnen und Besucher mit auf eine faszinierende Reise zu den Ursprüngen und Wandlungen schamanistischer Praktiken. Im Fokus steht der Schamanismus Sibiriens, der durch die einzigartige Sibirien-Sammlung der Reiss-Engelhorn-Museen eindrucksvoll erlebbar wird. Diese umfasst vor allem Objekte von drei indigenen Bevölkerungsgruppen: den Korjaken und Tschuktschen aus dem arktischen Norden sowie den Nanai vom Fluss Amur im Grenzgebiet zu China. Erstmals sind die bedeutenden Bestände in dieser Fülle in Mannheim zu bewundern. Das Projekt wird ermöglicht durch die großzügige Förderung der Bassermann-Kulturstiftung Mannheim.

Rund 200 besonders in Szene gesetzte Exponate zeigen, wie Schamaninnen und Schamanen als Mittler zwischen Mensch, Natur und Geisterwelt wirkten – und wie ihr Wissen, ihre Rituale und ihr Dienst an der Gemeinschaft bis heute nachhallen. Die Schau stellt die große Bandbreite schamanistischer Vorstellungen und Rollen vor, hinterfragt Klischees und beleuchtet moderne Entwicklungen. Sie lädt dazu ein, den Wandel, die Vielfalt und die anhaltende Faszination einer weltweit verbreiteten spirituellen Praxis zu entdecken.

Sowohl Frauen als auch Männer wandelten in Sibirien als Schamanen zwischen den Welten. Sie wurden gerufen, wenn das gewohnte Leben aus dem Gleichgewicht geriet: bei Krankheit, Tod, schlechtem Wetter, ausbleibendem Jagderfolg oder Konflikten innerhalb der Gemeinschaft. Nach den Ursachen suchten sie in der Geisterwelt. Die Schamaninnen und Schamanen versetzten sich durch Tänze, Gesänge, stundenlanges, rhythmisches Trommeln, aber auch berauschende Substanzen in Ekstase.

Zu den Höhepunkten der Ausstellung gehören Teile von Schamanenausrüstungen, wie Kleidungsstücke, eine außergewöhnliche Geweihkappe, Ketten, Trommeln und Figuren, die Hilfsgeister darstellen. Diese reichen von kleinen geschnitzten Tierfiguren bis hin zu Menschengestalten aus Holz oder Walrosszahn. Zahlreiche Exponate gewähren einen lebendigen Eindruck vom Alltag der sibirischen Gruppen. Werkzeuge, Waffen, Fischfanggeräte und Fortbewegungsmittel zeigen, wie sich die Menschen an die Umwelt in den entlegenen Regionen Sibiriens angepasst haben und die ihnen zur Verfügung stehenden Ressourcen kunstvoll nutzten. Viele auch alltägliche Objekte sind reich verziert. Besonders eindrucksvoll sind Mäntel aus Fisch- oder Darmhaut, die ähnlich unserer heutigen Funktionskleidung sehr gut vor Nässe und Wind schützten.

 

Start des Begleitprogramms

Zur Sonderausstellung „Schamanen Sibiriens“ gibt es ein abwechslungsreiches Begleitprogramm. So stehen gleich mehrere Termine für „Yoga in der Mittagspause“ auf dem Programm. Los geht es am Mittwoch, den 23. September um 12 Uhr. Nach einem kurzen Impuls zum Schamanismus folgt eine 30-minütige Yogaeinheit, die die Verbindung zur Natur und den Elementen stärken und den Körper mit sanften rhythmischen Bewegungen und bewusstem Atmen entspannen soll. Treffpunkt ist in den rem-Stiftungsmuseen in C4,12. Die Teilnahmegebühr beträgt 7 Euro. Tickets gibt es im Online-Shop unter https://shop.rem-mannheim.de.

Am Donnerstag, den 24. September widmet sich um 18 Uhr ein Vortrag unter dem Titel „Die mit den Geistern sprechen“ verbreiteten Vorstellungen von Schamanismus. Dr. Andy Reymann vom Museum Wiesbaden zeigt, wie schwer der Begriff zu fassen ist und was archäologische Funde belegen. Der Vortrag findet im Anna-Reiß-Saal im Museum Weltkulturen D5 statt. Der Eintritt ist frei.

Die erste öffentliche Führung durch die neue Sonderausstellung startet dann am Sonntag, den 27. September um 14 Uhr.

Diese und weitere Termine gibt es unter www.rem-mannheim.de/kalender.

Quelle: REM

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