Ein guter Platz für alle – „Unihallen“-Konzept im Weinheimer Gewerbegebiet Nord ist der ideale Standort für innovative junge Unternehmen
Die Mischung ist so bunt wie das (Wirtschafts-)Leben. Eine Firma stellt beispielsweise feinstmechanisch Nadeln für die Medizintechnik her, eine andere entwickelt individuelle Geräte zur Abluftreinigung, in der nächsten Halle hat eine Firma für Hausmeister-Dienstleistungen ihren Sitz, daneben ein Elektriker, der auf alle Anwendungen spezialisiert hat, die dem Klimaschutz nutzen. Dann gibt es den Start-Up-Unternehmer, der weltweit Spielzeugsteine (in der Art von Lego) vertreibt und gleichzeitig selbst die Roboter entwickelt, der sie ein- und ausräumt. Sein Nachbar handelt mit PKWs der Premiumklasse ,daneben werden hochwertige Reitsättel gebraucht verkauft. Eine Nische, aber ein Markt.
Sie sind unterschiedlich, aber haben die gleichen Anforderungen: Eine funktionale Gewerbe- oder Industriehalle, nicht zu groß und nicht zu teuer, in einer guten Lage, eine topmoderne technische Infrastruktur für Produktion, Lagerhaltung und Büros, günstige Energie – und ansonsten den Rücken frei für ihre Arbeit. Möglichst wenig Bürokratie und Ansprechpartner, Menschen im Umfeld, die ähnlich ticken. Und Synergieeffekte.
Das ist das Konzept der Unihallen, wie sie jetzt im Gewerbegebiet Nord in Weinheim an der Bergstraße entstanden sind. Das neue Gebiet liegt in Sichtweite zur B38, die von Weinheim in den Odenwald führt, und nur wenige hundert Meter vom Autobahnkreuz Weinheim der A5 entfernt.
Unihallen – das steht für ein Firmenkonzept, dass der promovierte Wirtschaftsinformatiker und frühere Speditionsunternehmer Dr. Berthold Biffar aus Rheinland-Pfalz entwickelt hat. Der 56-jährige Investor schildert die Entstehung seiner Firma: Als sein Vater früh verstorben war, standen in der großen Spedition im südpfälzischen Kirrweiler viele Hallen leer. Da kam er auf die Idee, die großen Hallen zu teilen und an Geschäftsleute zu vermieten, denen ein eigenes Firmengelände zu groß und zu teuer war: Handwerksbetriebe, kleinere Dienstleister, Techniker, Kreative, Tüftler und „Schrauber“. Es funktionierte. So entstanden – nach und nach verbessert und mittlerweile gemeinsam mit seinem Geschäftspartner Martin Freudenberg und der gemeinsamen Firma Biffberg GmbH gemanagt – an verschiedenen Standorten in der Metropolregion die Unihallen; Uni steht hier für die universelle Nutzung. Weinheim ist der erste Standort in Baden-Württemberg, die bisherigen liegen in Hessen oder in Rheinland-Pfalz.
Innerhalb von knapp zwölf Monaten wurden dort acht Uni-Hallen gebaut und sind jetzt alle belegt. Biffar, Freudenberg und die Mieter trafen sich jetzt vor Ort mit dem Weinheimer Wirtschaftsförderer Jens Stuhrmann, um sich über die aktuelle Entwicklung auszutauschen. Dabei wurde schnell klar: Das Konzept ist aufgegangen. Und: Die Halle(n) sind ein Standortfaktor im Gewerbegebiet Nord. Fast alle Betriebe sind aus der näheren Umgebung nach Weinheim gezogen, eigene Standorte wären ihnen zu groß gewesen. „Ein tolles Konzept“, so der Tenor. Einige probieren sich zunächst noch aus, warten die weiteren Entwicklungen bis zur nächsten Expansion aus. Andere unterstützen von dort – etwa mit Büro und Entwicklung – größere Produktionsstandorte. Die Hallen sind im Aufbau identisch, aber bei der technischen Ausstattung konnte jeder seine speziellen Anforderungen stellen.
„Jedenfalls hat man immer mit innovativen Menschen zu tun“, freut sich Biffar, der mindestens einmal in der Woche persönlich in Weinheim nach dem Rechten schaut. Der Unternehmer bedankte sich bei Wirtschaftsförderer Jens Stuhrmann für die engagierte Begleitung des Projektes mit der Adresse Untere Grüb 7.
Die Mieter der Unihallen haben durchaus einen Draht zueinander, sind in ihrem Verständnis wirtschaftlichem Handeln ähnlich, auch wenn die Branchen ganz andere sind. Sie verstehen sich als Kollegen.
Foto: Stadt Weinheim












